Boston – Eine hohe Konzentration des Hormons Leptin war in einer prospektiven Beobachtungsstudie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2009; 302: 2565-2572) mit einem deutlich verminderten Risiko auf eine Alzheimer-Demenz assoziiert.
In den letzten Jahren hatten mehrere Studien gezeigt, dass Menschen, die im mittleren Lebensalter stark übergewichtig sind oder ein metabolisches Syndrom haben, im Alter häufiger an einer Demenz erkranken.
Eine mögliche Erklärung könnte ein Mangel an Leptin (oder einer Leptinwirkung) sein, der bei adipösen Menschen häufig nachweisbar ist. Leptin wird in den Fettzellen gebildet. Es signalisiert dem Hypothalamus, dass genügend Energievorräte angelegt sind und die Nahrungsaufnahme durch Appetitzügelung vermindert werden kann. Leptin wirkt aber auch auf das Gedächtniszentrum im Hippocampus. So können bei Mäusen durch eine Unterbrechung der Leptinsignale Störungen der Gedächtnisleistungen ausgelöst werden.
Um die Rolle von Leptin bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen näher zu untersuchen, haben Wolfgang Lieb von der Universität Boston und Mitarbeiter die Konzentration des Hormons Leptin in archivierten Blutproben von 785 Teilnehmern der Framingham Heart Studie bestimmt.
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Das lässt sofort an die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe des Morbus Alzheimer durch Gabe von Leptin denken. Sie könnte jedoch ebenso scheitern wie die vor Jahren versuchte Therapie des Übergewichts mit Leptin.
Es stellte sich nämlich heraus, dass viele Übergewichtige nicht zu wenig, sondern zu viel Leptin im Blut haben. Ursache des Übergewichts kann auch ein Wirkungsverlust durch eine Leptinresistenz sein – vergleichbar der Insulinresistenz vieler Typ-2-Diabetiker, deren Insulinspiegel häufig nicht zu niedrig, sondern eher zu hoch sind. Auch die Frage, ob sich die Leptin-Konzentration als ein früher Marker für eine drohende Demenzerkrankung eignet, müsste erst noch geklärt werden.
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