Madrid – Das spanische Abgeordnetenhaus hat ein umstrittenes Gesetz zur Liberalisierung von Abtreibungen verabschiedet. Bei der Abstimmung votierten am Donnerstag 184 der 350 Abgeordneten für das Vorhaben der sozialistischen Regierung.
Neben den Abgeordneten der Sozialisten stimmten auch einige Abgeordnete der Baskisch-Nationalistischen Partei (PNV) sowie Abgeordnete nationalistischer Parteien aus den Regionen Galizien und Katalonien für das Gesetz. Es muss nun noch vom Senat bestätigt werden.
Die im September eingebrachte Vorlage ist vor allem bei der in Spanien nach wie vor sehr einflussreichen katholischen Kirche und der konservativen Volkspartei (PP) auf vehemente Kritik gestoßen. Sie orientiert sich an Gesetzen, wie sie in den meisten Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits gelten.
Verankert wird ein Recht auf Abtreibung bis zur 14. Woche. Die Frist kann auf die 22. Woche verlängert werden, wenn ein Risiko für die Gesundheit der Frau besteht oder es Hinweise auf schwere Behinderungen des Ungeborenen gibt. Eine der am heftigsten umstrittenen Regelungen sieht vor, dass 16- und 17-jährige Mädchen künftig ohne Einwilligung ihrer Eltern abtreiben dürfen.
Anders als ursprünglich geplant müssen die Jugendlichen ihre Eltern aber über die Abtreibung informieren. Ausnahmen sind möglich, wenn die Gefahr besteht, dass die Mädchen deswegen unter Druck gesetzt, bedroht oder Opfer von Gewalt werden könnten.
aerzteblatt.de blog.aerzteblatt.de aerzteblatt.de |
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.