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Noch keine Entwarnung bei der Schweinegrippe

Montag, 21. Dezember 2009

Genf – Die pandemische Ausbreitung der Schweinegrippe ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht vorüber. Zwar habe das Virus A/H1N1 in Teilen der nördlichen Hemisphäre seinen Höhepunkt erreicht oder überschritten und sei im Süden kaum noch existent, sagte der ranghohe WHO-Vertreter Keiji Fukuda am Donnerstag in Genf. Doch bleibe die Möglichkeit einer zweiten Grippewelle in diesem Winter oder im kommenden Frühjahr bestehen.

Auch der Direktor des Robert-Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, hat trotz rückläufiger Zahlen bei den Erkrankungen mit der sogenannten Schweinegrippe vor einem Unterschätzen des Virus gewarnt. „Die Neue Grippe ist nicht verschwunden“, sagte Hacker am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“.

In Deutschland habe es bislang 119 Todesfälle nach Influenza H1N1-Infektionen gegeben, von einem Ende der Pandemie könne man noch nicht sprechen. Es sei durchaus möglich, dass „wir im späten Winter oder im Frühjahr eine weitere Welle bekommen“.

Zuletzt seien innerhalb einer Woche 6.800 Neuerkrankungen gemeldet worden, auf dem bisherigen Höhepunkt seien es 30.000 Fälle gewesen, sagte Hacker.

Insbesondere Schwangere sollten erwägen, sich impfen zu lassen, weil diese zur Risikogruppe zählten. Dafür sei „in der Tat ein neuer Impfstoff für Schwangere angeschafft worden“. Unangenehme Nebenwirkungen sollen dadurch seltener auftreten.

Unterdessen hat die Ständige Impfkommission (STIKO) die Dosierungsempfehlung für den Pandemie-Impfstoff Pandemrix aktualisiert: Für alle Personen ab einem Alter von sechs Monaten ist eine einmalige Impfung mit Pandemrix ausreichend (0,25 ml für Kinder bis zum 9. Lebensjahr, 0,5 ml ab dem 10. Lebensjahr).

Darüber hinaus wird hervorgehoben, das Schwangere sowohl mit einem adjuvantierten wie auch einem nicht adjuvantierten Impfstoff geimpft werden können. Grundsätzlich bestehen bei keiner der beiden Impfstoffvarianten Sicherheitsbedenken. Auf Grund der umfangreichen Erfahrungen mit nicht-adjuvantiertem saisonalem Grippeimpfstoff sollte aber vorzugsweise mit einem nicht-adjuvantierten Pandemieimpfstoff geimpft werden.

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Bisher hätten über 900 Menschen von Nebenwirkungen berichtet. „Wir sehen aber von den Zahlen her, dass es nicht über dem erwarteten Maß liegt, der Impfstoff ist im Prinzip gut verträglich.“

Vor allem in Tschechien, Frankreich, der Schweiz, Kasachstan, Kirgisien und Russland verharrt die Schweinegrippe der WHO zufolge auf „hohem Niveau“. Laut WHO sind seit April weltweit 9.596 Menschen an dem Virus A/H1N1 gestorben. © ddp/afp/aerzteblatt.de

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