HIV: Weniger Suizide seit Einführung wirksamer Medikamente
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Bern – Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) hat nicht nur die Lebenserwartung von HIV-Infizierten deutlich verbessert. Auch der Lebensmut ist bei vielen zurückgekehrt. Laut einer Publikation im American Journal of Psychiatry (2009; doi: 10.1176/appi.ajp.2009.09050651) ist die Suizidrate deutlich gesunken.
Olivia Keiser, eine HIV-Expertin der Universität Bern, hat die Daten der Swiss HIV Kohortenstudie ausgewertet. Von den 15.275 HIV-Infizierten, die über durchschnittlich 4,7 Jahre nachbeobachtet wurden, nahmen sich 150 in dieser Zeit das Leben. Die Suizidrate lag damit deutlich über dem Durchschnitt in der Bevölkerung.
Seit der Einführung der HAART um das Jahr 1996 ist die Suizidrate jedoch deutlich rückläufig. Bei den Männern sank sie von 13,7 auf 3,5/100.000, bei Frauen kam es zu einem Rückgang von 11,4 auf 5,7/100.000. In beiden Geschlechtern war die Suizidrate bei älteren HIV-Infizierten und bei i.v.-Drogenabhängigen erhöht. Zwei Drittel der HIV-Infizierten, die sich das Leben nehmen, haben psychiatrische Begleiterkrankungen.
© rme/aerzteblatt.de
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