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Hess: Unabhängigkeit des IQWiG in Gefahr

Freitag, 18. Dezember 2009

Berlin – Erstmalig hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) damit beauftragt, nicht allein den Nutzen eines Arzneimittels, sondern das Verhältnis von Nutzen und Kosten zu bewerten.

Das Institut soll eine Kosten-Nutzen-Bewertung unter anderem zu einer Kombinationstherapie aus Clopidogrel und Acetylsalicylsäure bei akuter Herzkrankheit im Vergleich zu einer Monotherapie mit Acetylsalicylsäure durchführen.

Aufgrund der Einschätzung des IQWiG kann der GKV-Spitzenverband dann einen Höchstbetrag für Arzneimittel festsetzen, für die kein Festbetrag bestimmt werden kann. Im Oktober hatte das IQWiG nach zweijähriger Entwicklungsarbeit eine Methode für die Bewertung von Kosten-Nutzen-Verhältnissen vorgestellt.

Der Vorsitzende des G-BA, Rainer Hess, äußerte sich auch zur aktuellen Diskussion um den Leiter des IQWiG, Peter Sawicki. Es habe bereits Bestrebungen aus der Politik gegeben, Sawicki als Institutsleiter abzulösen, bevor über Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit der Nutzung seines Dienstwagens berichtet worden sei, sagte Hess.

„Sollte Herr Sawicki nun abgelöst werden, ist das eine politische Entscheidung und das ist ein Problem.“ Denn man werde sich danach die Frage stellen, ob das IQWiG noch unabhängig sei. Selbstverständlich habe niemand Anspruch darauf, nach Ablauf seines Vertrages weiterbeschäftigt zu werden.

„Aber es kommt darauf an, ob die Entscheidung, wer das IQWiG leitet, aus wissenschaftlichen oder aus politischen Gründen gefällt wurde“, sagte Hess. Letzteres sei für die Unabhängigkeit eines wissenschaftlichen Instituts gefährlich. Stefan Etgeton, Patientenvertreter im G-BA, ergänzte: „Die Unabhängigkeit der gesamten Selbstverwaltung ist dadurch infrage gestellt. Wer Herrn Sawicki jetzt entlässt, diskrediert das IQWiG.“ © fos/aerzteblatt.de

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