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Genvariante schützt vor COPD

Freitag, 18. Dezember 2009

Boston – Eine Genvariante schützt asthmakranke Kinder und erwachsene Raucher möglicherweise vor einer dauerhaften Schädigung der Atemwege. In einer Studie im New England Journal of Medicine (2009; doi: 10.1056/NEJMoa0904006) hatten Kinder mit Asthma und Raucher eine bessere Lungenfunktion, wenn sie Träger eines „Minor“-Allels in einem Gen waren, das die Matrix-Metalloproteinase 12 steuert. Raucher erkranken dann zu einem Drittel seltener an einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD).

Asthma und COPD haben zwar unterschiedliche Ursachen. Beiden Erkrankungen ist aber eine strukturelle Schädigung durch Entzündungsvorgänge in den Bronchien gemeinsam. Nicht zufällig gehören inhalative Steroide bei beiden Erkrankungen zur Basistherapie. Bei der Entzündungsreaktion spielen Proteasen eine Rolle, die das Bindegewebe angreifen.

Zu diesen Proteasen gehört die Matrix-Metalloproteinase 12 (MMP12), die Kollagen und Elastin abbaut und damit auf Dauer die Elastizität der Lunge herabsetzt. Bekannt ist, dass MMP12 bei Asthma bronchiale und der COPD vermehrt aktiv ist. Tierexperimentelle Studien hatten zudem gezeigt, dass Tabakrauch bei Mäusen, die kein MMP12 bilden, deutlich geringere Schäden an den Bronchien auslöst.

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Zwischen 7 und 13 Prozent aller Menschen haben eine Genvariante, die ebenfalls die Aktivität von MMP12 herabsetzt. Sie befindet sich im Promoter des MMP12-Gens, also in der Steuereinheit, an der Transkriptionsfaktoren infolge der Variante vermutlich schlechter binden.

Diese Hypothese wird jetzt untermauert durch eine Genanalyse, die Gary Hunninghake vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Mitarbeiter an sieben unterschiedlichen Kohorten durchgeführt haben, die mehr als 8.300 Kinder (mit Asthma oder Kontrollen) und Erwachsene (Raucher oder Nichtraucher) umfassten.

In allen Gruppen war der Nachweis der Variante im MMP12-Gen mit einer signifikant besseren Lungenfunktion assoziiert (Einsekundenkapazität, FEV1). In einer Kohorte, der Normative Aging Study, welche die Teilnehmer über 31 Jahre nachbeobachtet, erkrankten Raucher mit dem “Minor”-Allel von MMP12 zu 35 Prozent seltene an einer COPD.

Die Studie bestätigt nach Ansicht der Autoren, dass Asthma bei Kindern und COPD bei Erwachsenen trotz aller Unterschiede wichtige Gemeinsamkeiten in der Pathogenese haben. Erwähnt werden sollte noch, dass das Gen nicht vor Lungenkrebs und einigen anderen Folgen des Rauchens in anderen Organen schützt, weshalb Genträger sich nicht auf der sicheren Seite wähnen können. © rme/aerzteblatt.de

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