Cleveland – US-Ingenieure haben synthetische Thrombozyten entwickelt, die auch innere Blutungen stoppen könnten. Tierexperimentelle Daten zur Effektivität und Sicherheit wurden jetzt in Science Translational Medicine (2009: 11ra22) vorgestellt.
Blutungen sind bei Unfällen, vor allem aber in kriegerischen Konflikten eine der häufigsten Todesursachen. Äußere Blutungen können von Notärzten und Sanitätern zwar leicht gestoppt werden, bei inneren Blutungen sind aber auch Chirurgen häufig machtlos. Die Therapieoptionen bestehen derzeit in der Gabe von Thrombozytenkonzentraten oder rekombinantem Faktor VIIa.
Thrombozytenkonzentrate haben jedoch eine kurze Halbwertzeit von wenigen Tagen, und sie müssen beim Transport gekühlt werden, was auf Kriegsschauplätzen schwer zu organisieren ist. Außerdem besteht das Risiko einer Abstoßungsreaktion. Die biotechnologisch produzierten Faktor VIIa-Konzentrate sind sehr kostspielig. Deshalb dürften sich vor allem Militärmediziner für die Entwicklung des Teams um Erin Lavik von der Case Western Reserve University in Cleveland interessieren.
Bei den künstlichen Thrombozyten handelt es sich um relativ einfach aufgebaute Nanopartikel, die auf ihrer Oberfläche ein Tripeptid aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Asparaginsäure tragen. An Ratten halbierten die künstlichen Thrombozyten die Blutungszeit – wenn sie vor der Verletzung gegeben wurden, was in der Praxis unrealistisch ist.
zum Thema |
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.