Mich empört das Gefasel von Schwächeren und Stärkeren. Obwohl die derzeitige (wie die geplante) Lastenverteilung darauf hinausläuft, daß mit den höheren Beiträgen der glücklichen Besserverdienenden die Gesundheitskosten der unglücklichen Wenigerverdienenden mitfinanziert wird, ist bisher immer davon ausgegangen worden, daß jeder seinen Beitrag zahlt. Die Gesundheit jedes Menschen ist dem System gleichviel wert, genauso wie jede Stimme bei der Wahl gleich zählt. Gesundheit ist ein unabdingbares Gut. Erstens wird durch die zynische Formulierkunst des leider-immer-noch-Gesundheitsministers Rösler im Geiste die Preisgabe dieser Gnade, die die Wohlhabenden den armen Schluckern erweisen, vorbereitet und zweitens bereitet sie einen heimlichen Machtanspruch vor: "Solange du deine Beine unter meinen Tisch steckst..." usw.
Das lese ich zwischen den Zeilen und es verletzt den Stolz derjenigen, die von ihrer Arbeit weniger Einkommen erzielen und injiziert nach und nach den Hochmut in die Klasse der sogenannten Leistungsträger.
Daß die Linke in ihrer Formulierung von "der Solidarität von Gutverdienenden mit Geringverdienenden" in dieselbe Kerbe schlägt ist interessant, denn diese beiden Parteien, Linke und FDP sind die mit einem extremen Menschenbild: Die FDP als die Partei der Schmiede ihres eigenen Glücks und die Linke als die Partei der Bevormundung und Verfürsorgung der Menschen.


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