Köln – Über 65-jährige Frauen können von einer Knochendichtemessung profitieren, auch wenn sie keine Vorfraktur haben. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Untersuchung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Demnach liefern Studien Hinweise, dass die Osteodensitometrie Frauen erkennt, die durch eine Behandlung ihr Risiko für Knochenbrüche senken können.
Laut IQWiG bezahlen die Gesetzlichen Krankenkassen die Osteodensitometrie bislang nur bei Patienten, bei denen es bereits zu Knochenbrüchen gekommen ist, die auf eine stark verminderte Knochendichte hinweisen. „Einige Fachgesellschaften empfehlen den Einsatz der Methode aber auch schon für Frauen und Männer, die noch keinen Bruch erlitten haben, jedoch bestimmte Risikofaktoren für eine Fraktur aufweisen“, so das Institut.
Zwar fanden die Wissenschaftler keine Studien, welche die gesamte Kette von Diagnostik und Therapie abdecken. Aussagen zum Nutzen oder Schaden einer Versorgungsstrategie mit und ohne Knochendichtemessung seien deshalb nicht möglich. Allerdings fand das IQWiG neun Therapiestudien, bei denen eine erniedrigte Knochendichte ein Einschlusskriterium war.
In allen Therapiestudien war die Knochendichte der Frauen zu Beginn mit der Standardmethode „Dual-Energy X-Ray Absorptiometry“ (DXA) gemessen worden. „Aus den Studien ergab sich ein Hinweis, dass die Behandlung mit bestimmten Medikamenten wirksam Hüft-, Wirbelkörper- und anderen Knochenbrüchen vorbeugen kann“, erklären die Wissenschaftler.
Allerdings sei dieser Nutzen im Wesentlichen auf Frauen beschränkt, die eine sehr stark verminderte Knochendichte aufweisen. Demnach könne die DXA helfen, Frauen, für die eine Behandlung sinnvoll ist, von denen zu unterscheiden, bei denen eine Behandlung keinen Nutzen verspricht. „Diese Unterscheidung ist ein Vorteil, weil die zur Verfügung stehenden Arzneimittel zur Vorbeugung nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen sind“, so das Institut.
Zu diesem Vorbericht können bis zum 29. Januar 2010 schriftliche Stellungnahmen eingereicht werden. Das IQWiG wird diese nach eigenen Angaben dann sichten und würdigen. hil
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