Brüssel – Die Entfernung einzelner Zellen aus dem Blastomer zum Zweck der Präimplantationsdiagnostik scheint nicht mit einem erhöhten Risiko von Fehlbildungen einherzugehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Kohortenstudie in Human Reproduction (2010; 25: 275-282). Ein mögliches Risiko könnte aber eine erhöhte perinatale Sterblichkeit bei Mehrlingsgeburten sein.
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Die Präimplantationsdiagnostik (PID) stößt nicht nur auf ethische Bedenken, weshalb sie in Deutschland verboten ist. Es wurde auch eingewendet, dass die Blastomerbiopsie, also die Entnahme von einer oder zwei Zellen aus dem nur 4 bis 8 Zellen großen Embryo, nicht ohne Folgen für die weitere Entwicklung und die spätere Gesundheit des Kindes bleibt.
Diese Ängste scheinen aber unbegründet zu sein, vertraut man den Angaben von Inge Liebaers von der Vrije Universiteit in Brüssel, die als eine der ersten Zentren in Europa die PID durchgeführt hat. Die erste PID wurde dort bereits 1992 durchgeführt und bis 2005 kamen 580 Kinder hinzu, die nach einer PID geboren wurden.
Sie unterschieden sich in Geburtstermin und Geburtsgewicht nicht von 2.889 Kindern, die per intrazytoplasmatischer Spermieninjektion (ICSI) gezeugt wurden. Die Rate von Fehlbildungen bei der Geburt war mit 2,13 Prozent vs. 3,38 Prozent ebenfalls nicht erhöht. Auch die perinatale Mortalität war gleich – wenn es sich um Einzelschwangerschaften handelte (1,03 vs. 1,30 Prozent).
Wenn aber mehrere Kinder ausgetragen wurden, starben nach einer PID deutlich mehr Kinder im perinatalen Zeitraum (11,73 vs. 2,54 Prozent). Eine Erklärung haben die belgischen Reproduktionsmediziner dafür nicht. Da das erhöhte Risiko auf wenigen (insgesamt 9) Todesfällen beruht, rät Frau Liebaers dazu, das Risiko nicht überzubewerten (obwohl die Odds Ratio von 5,09 signifikant ist).
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