Montag, 28. Dezember 2009
Lipoprotein A: Genvariante steigert Herzinfarktrisiko
Oxford – Die bekannte Assoziation zwischen dem Lp(a)-Lipoprotein und der koronaren Herzkrankheit ist offenbar zu weiten Teilen genetisch bedingt. Zwei im New England Journal of Medicine (NEJM 2009; 361: 2518-2528) vorgestellte Genvarianten erklären ein Drittel der beim Menschen auftretenden Unterschiede im Lp(a)-Serumspiegel. Das 1963 entdeckte Lp(a)- Lipoprotein wird in der Leber gebildet. Im Blut bindet Lp(a) an LDL-Cholesterin-Partikel. Seine Funktion ist unbekannt. Hohe Werte sind aber mit einer Arteriosklerose und einer erhöhten Risiko auf eine koronare Herzkrankheit oder einen Schlaganfall assoziiert, wobei ungeklärt ist, ob Lp(a) ein Verursacher oder eine Folge der pathologischen Veränderungen an den Blutgefäßen ist. Viele Forscher betrachteten Lp(a) bisher als eine Kuriosität, was sich nach den Ergebnissen des PROCARDIS-Konsortiums (für Precocious Coronary Artery Disease) ändern könnte. Beide SNP befinden sich in unmittelbarer Nähe des Lp(a)-Gens. Die Träger der SNP hatten deutlich erhöhte Serumwerte des Lp(a)-Lipoproteins. Dies deutet insgesamt darauf hin, dass Lp(a) von grundlegender Bedeutung für die Erkrankung ist. Ein Beweis für diese Hypothese könnte allerdings nur durch eine klinische Studie erbracht werden. Dort müsste gezeigt werden, dass ein Medikament, das selektiv den Lp(a)-Serumwert senkt, einem Herzinfarkt oder einer Angina pectoris vorbeugt. Der einzige derzeit zugelassene Wirkstoff, der Lp(a) senkt, ist das Vitamin Niacin (Nicotinsäure). Es ist als Lipidsenker (wegen seiner ungünstigen Wirkungen auf den Blutzucker- und den Harnsäurespiegel) gegenüber den Statinen in den Hintergrund geraten, auch wenn mittlerweile eine besser verträgliche retardierte Version angeboten wird. Anders als bei den Statinen gibt es allerdings keine Studien zu den langfristigen Auswirkungen der Behandlung auf die Prognose. Ob die jetzigen Erkenntnisse Anlass für neue Langzeitstudien sein werden, bleibt abzuwarten. Nach Angaben des Editorialisten Sekar Kathiresan vom Massachusetts General Hospital in Boston sind mit Anacetrapib (ein Inhibitor des Cholesterylester-Transferproteins) und Mipomersen (ein Antisense-Oligonucleotid gegen Apolipoprotein B) zwei weitere Lp(a)-Senker in der klinischen Entwicklung (NEJM 2009: 361: 2573-2574). © rme/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. nabildeeb am Montag, 28. Dezember 2009, 22:52
Lipoproteinstoffwechselstörungen & die koronaren Herzkrankheiten !
Nabil DEEB Arzt – Physician – Doctor PMI-Registered Doctors'Association 53140 Bonn / GERMANY Lipoproteinstoffwechselstörungen & die koronaren Herzerkrankungen :- Der Zusammenhang zwischen der Höhe des Cholesterinspiegels und dem Auftreten einer koronaren wurde bereits in der Framingham-Studie bereits oft belegt. Aus den epidemiologischen Daten ergab sich ein günstiger Effekt niedrigerer Cholesterinspiegel auf das kardiovaskuläre Risiko, welcher schließlich durch Interventionsstudien belegt wurde. In Anbetracht der großen Prävalenz von Fettstoffwechselstörungen nimmt deren Therapie einen breiten Raum in der ärztlichen Betreuung ein. Zum Verständnis der differenzierten Behandlung sind jedoch Kenntnisse der Physiologie des Fettstoffwechsels notwendig. 1. Pathophysiologie :- Prinzipiell werden das Serumcholesterin mit seinen Fraktionen HDL- und LDL-Cholesterin sowie die Triglyzeride zur Bewertung des Risikos und der Effektivität einer eingeleiteten Therapie herangezogen. Cholesterin als essenzieller zellulärer Bestandteil und Vorstufe von Steroidhormonen wird in überwiegendem Maß vom Körper selbst und hier vor allem in der Leber produziert. Das mit der Nahrung zugeführte Cholesterin macht nur ca. 15% des zirkulierenden Cholesterins aus, was bereits die limitierte Wirkung einer reinen diätetischen Intervention erklärt. Die Triglyzeride werden mit der Nahrung resorbiert, sodass ihr Spiegel gut mit der zugeführten Fettmenge korreliert. Die pathologische Fettspeicherung mit Schaumzellbildung, Faserbildung und Induration durch gesteigerten Lipoprotein- und Fibrinogeneinstrom beschleunigen die Akkumulation eines cholesterinhaltigen Detritus, die bindegewebige Intimaverdickung und die Ausbildung eines Fibroatheromatösen Plaques. Diese Plaques können über Jahre im stabilen Stadium verharren, ohne dass es zum Myokardinfarkt ( MI ) kommt. Vermutlich durch Entzündungsprozesse ausgelöst können diese Plaques aufbrechen und sich der Inhalt in das Gefäßinnere entleeren, das daraufhin durch die zusätzliche Thrombusbildung den Verschluss der Koronararterie - den AMI - verursacht. Infolge der plötzlich unterbrochenen Sauerstoffversorgung stirbt das nachfolgende Myokard ab und ist später als bindegewebige Narbe erkennbar. Bei einem MI kann es je nach Lokalisation und Ausdehnung aber auch schon innerhalb von Sekunden zum plötzlichen Herztod kommen. Die Therapie von Hyperlipidämien :- Die Therapie von Hyperlipidämien ist ein höchst effizientes Mittel, um atherosklerotische Ereignisse zu reduzieren. Die beste wissenschaftliche Evidenz liegt für die Anwendung von Statinen vor. Durch den differenzierten Einsatz der zur Verfügung stehenden Medikamente in Kombination mit lebensstilmodifizierenden Maßnahmen gelingt eine deutliche Verbesserung des atherogenen Lipidprofils, wie es in zunehmendem Maße bei einer Reihe von Erkrankungen wie z.B. dem metabolischen Syndrom vorliegt. Für eine effektive Therapie sind jedoch Kenntnisse der Pathogenese von Lipidstoffwechselstörungen sowie der Wirkweise der einzelnen Substanzklassen unbedingt notwendig. Die Stockholm Ischaemic Heart Disease Study zeigte eine Senkung der Sterblichkeit durch die Kombination von Nikotinsäure und Clofibrat, das Coronary Drug Project zeigte eine Senkung der Inzidenz von Myokardinfarkten und der Sterblichkeit mit einer Nikotinsäure-Monotherapie. Subgruppenanalysen in dieser Studie zeigten eine besonders deutliche Wirkung der Nikotinsäuretherapie auf das kardiovaskuläre Risiko bei Patienten mit Diabetes (also bei jenen Patienten, die typischerweise das Lipidmuster von niedrigem HDL-Cholesterin und hohen Triglyzeriden aufweisen, welches durch Nikotinsäure verbessert wird). Die VA-HIT-Studie gibt Evidenz für eine kardiovaskuläre Risikoreduktion durch eine HDL-steigernde Therapie mit Gemfibrozil. Störungen des Lipidstoffwechsels :- Die Assoziation zwischen hohen Serum-Cholesterinwerten und der koronaren Herzkrankheit (KHK), deren Prävalenz und sekundäre Mortalität mit zunehmendem Alter steigt, ist an sich wissenschaftlich gut gesichert. Bei geriatrischen Patienten ist das prädiktive Risiko für die Entwicklung einer KHK bedingt durch eine Hypercholesterinämie bis dato jedoch unklar. Die häufigsten Lipoproteinstoffwechselstörungen sind die Hypercholesterinämie, die Hypertriglyceridämie, die Hypoalphalipoproteinämie und hohe Lipoprotein-a-Serumspiegel Lp(a). Betreffend ihre Prävalenz sind die Hypoalphalipoproteinämie und Hypercholesterinämien im hohen Alter seltener, da beide mit einer hohen Letalität verbunden sind und die betroffenen Patienten schon vorzeitig an den Folgen der Lipidstoffwechselstörung versterben. Der Wert einer cholesterinsenkenden Therapie als Primärprävention für kardiale Ereignisse und eine damit verbundene Verbesserung der individuellen Lebensqualität wird derzeit heftig diskutiert. Manche Studien propagieren auch im Alter einen unmittelbaren Zusammenhang des Auftretens kardialer Ereignisse mit der Hypercholesterinämie, andere Studien diskutieren eine u-förmige Korrelation hoher und auch sehr niedriger Cholesterinwerte mit der Prävalenz kardiovaskulärer Sekundärereignisse. Ähnlich werden diese Korrelationen für das Auftreten eines Schlaganfalls gesehen: Hohe Serum-Cholesterinspiegel sind mit einem hohen Risiko für das Auftreten von ischämischen Insulten verbunden, niedrige Serum-Cholesterinspiegel scheinen für das Auftreten von hämorrhargischen Insulten zu prädisponieren. Daneben finden sich im Alter auch geschlechtsspezifische Unterschiede: Die kardiale Mortalitätsrate ist am niedrigsten bei einem Serum-Gesamtcholesterin von 215mg/dl (5,55mmol/l) bei betagten Männern und bei Werten von 270 bis 280mg/dl (sieben bis 7,25mmol/l) für alte Frauen. Lp(a)-Lipoprotein und KHK :- Lp(a) Lipoprotein , Lp (a) , hat sich zu einem etablierten, unabhängigen, aber moderat Risikofaktor für die Entwicklung von KHK. Der Blutspiegel von Lp (a) ist weitgehend durch den LPA Gen kontrolliert . Die Auswirkungen der LPA-Gen auf das Risiko der KHK sind weniger gut begründet Die Größe dieser Effekte ist mäßig stark und machen es schwierig.. Die moderate Wirkung von Lp (a) auf Herz-Kreislauf-Risiko sowie die Schwierigkeiten bei der Senkung der Lp (a) im Blut macht es weniger nützlich in der Praxis der Medizin und in der öffentlichen Gesundheit. Literatur :- 1.- Lipoprotein(a): a causal independent risk factor for coronary heart disease? Gudnason V. ; Curr Opin Cardiol. 2009 Sep;24(5):490-5 . ; 2.- Rest der Literatur beim Verfasser . Mit freundlichen kollegialen Grüßen Ihr Nabil DEEB Arzt – Physician – Doctor PMI-Ärzteverein e.V. Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V. Department of Medical Research Département de la recherche médicale P.O. Box 20 10 53 53140 Bonn – Bad Godesberg / GERMANY & Nabil DEEB Arzt – Physician – Doctor PMI-Ärzteverein e.V. Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V. Department of Medical Research Département de la recherche médicale P.O. Box 10 01 35 53439 Bad Neuenahr GERMANY e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com or e.mail: doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com |
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