Münster – Regelmäßiges Musikhören kann möglicherweise einen Tinnitus lindern. Voraussetzung ist nach einer Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2009, doi: 10.1073/pnas.0911268107) allerdings, dass aus den Musikstücken die Tinnitusfrequenzen entfernt werden.
Die Idee für die neue Therapie wurde von der Arbeitsgruppe um Christo Pantev, Leiter des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse an der Universität Münster, entwickelt. Dort wird seit Jahren das Phänomen des Tinnitus erforscht.
Dessen Ursache ist weiter unbekannt, doch Pantev vermutet, dass die Verarbeitung von Geräuschen im Gehirn, in den Worten der Forscher „eine maladaptive Reorganisation des auditorischen Cortex“ an der Pathogenese des lästigen Ohrgeräusches beteiligt ist.
Der Tinnitus wäre gewissermaßen erlernt. Um den störenden Dauerton wieder abzustellen, sollen die Patienten möglichst lange und intensiv Geräuschen zuhören, welche frei von den Tinnitus-Frequenzen sind.
Dies gelingt am besten mit Musik, weshalb die Toningenieure des Instituts die Lieblingsmusiken der Patienten von allen Tönen im Bereich der Tinnitusfrequenz befreit haben. Die Teilnehmer haben die Musikstücke dann über 12 Monate immer wieder angehört.
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