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Musiktherapie des Tinnitus

Dienstag, 29. Dezember 2009

Münster – Regelmäßiges Musikhören kann möglicherweise einen Tinnitus lindern. Voraussetzung ist nach einer Studie in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2009, doi: 10.1073/pnas.0911268107) allerdings, dass aus den Musikstücken die Tinnitusfrequenzen entfernt werden.

Die Idee für die neue Therapie wurde von der Arbeitsgruppe um Christo Pantev, Leiter des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse an der Universität Münster, entwickelt. Dort wird seit Jahren das Phänomen des Tinnitus erforscht.

Dessen Ursache ist weiter unbekannt, doch Pantev vermutet, dass die Verarbeitung von Geräuschen im Gehirn, in den Worten der Forscher „eine maladaptive Reorganisation des auditorischen Cortex“ an der Pathogenese des lästigen Ohrgeräusches beteiligt ist.

Der Tinnitus wäre gewissermaßen erlernt. Um den störenden Dauerton wieder abzustellen, sollen die Patienten möglichst lange und intensiv Geräuschen zuhören, welche frei von den Tinnitus-Frequenzen sind.

Dies gelingt am besten mit Musik, weshalb die Toningenieure des Instituts die Lieblingsmusiken der Patienten von allen Tönen im Bereich der Tinnitusfrequenz befreit haben. Die Teilnehmer haben die Musikstücke dann über 12 Monate immer wieder angehört.

In einer kleinen Studie kam es bei den acht Probanden, die der modifizierten Musik zuhörten, tatsächlich zu einer signifikanten Reduktion der subjektiven Tinnituslautstärke gegenüber den Teilnehmern einer Vergleichsgruppe, bei denen die Forscher die Musikstücke nur scheinbar modifiziert hatten.

Auch die korrespondierende Aktivität im auditorischen Cortex war vermindert, berichten die Autoren. Da die Modifizierung der Musikstücke am Rechner mit geringem Aufwand möglich ist, könnte die Musiktherapie eine kostengünstige und für die Patienten durchaus angenehme Therapieform sein, wobei die Ergebnisse der Pilotstudie vor einer breiteren Anwendung noch validiert werden müssten. © rme/aerzteblatt.de

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Random
am Montag, 8. Februar 2010, 20:55

Erfahrungsbericht

Der Ansatz der Studie ist schon bemerkenswert. Wurde vorher versucht, das Ohrengeräusch durch andere Töne zu überdecken oder davon abzulenken (Noiser), wird jetzt die Tinnitusfrequenz absichtlich "ausgelassen". Durch laterale Inhibition, so vermuten die Autoren, kann das Geräusch abgemildert werden. Die Anzahl der Patienten ist zwar gering, die Studie ist aber prospektiv, randomisiert und kontrolliert. Zudem gab es ein objektives Kriterium. Da ich trotz Computerkenntnisse nicht in der Lage war, meine Tinnitusfrequenz herauszufiltern, bin ich auf www.promedicum.de gestoßen. Die haben mir meine Frequenz herausgefiltert und ich trainiere jetzt täglich. Ich übe zwar erst kurz, momentan geht es mir aber schon recht gut. Übrigens gibt es eine Folgestudie, wie unter der Homepage des Instituts für Biomagnetismus und Biosignalanalyse zu erfahren ist.
Clemens-X
am Sonntag, 10. Januar 2010, 18:55

Gleiches ist auch bei Hyperakusis wirksam!

Aufgrund eigener Erfahrung und eigener Experimente habe ich meine Hyperakusis stark mindern können, indem ich die Frequenzanteile stark absenkte, die ich wegen der Hyperakusis als sehr unangenehm empfand. Natürlich sollte die Musik zugleich insgesamt relativ leise gehört werden.
Nach mehrstündigem Hören vermisste ich plötzlich die zuvor als unangenehm empfundenen Frequenzanteile und verringerte deren Absenkung / Filterung. Nach mehrtägigen Versuchen konnte ich fast ohne Filterung Musik genießen. Das war zuvor nahezu unmöglich gewesen.
Der positive Effekt geht aber auch schnell wieder verloren. Ich hatte noch nicht die Zeit, über einige Monate hinweg konsequent diese Versuche weiter zu führen.
Übrigens habe ich Tinnitus bei ca. 14 kHz und Hyperakusis im Bereich 3 bis 8 kHz. Für die erfolgreichen Hyperakusis-Versuche musste ich nur den Bereich 3 bis 8 kHz filtern.
Meinen Tinnitus habe ich mit gefilterter Musik noch nicht reduzieren können, wohl aber mit Meditationsübungen (Praxis der Achtsamkeit, BodyScan / John KabatZinn).

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