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Kater: Wodka verträglicher, aber gefährlicher als Bourbon

Mittwoch, 30. Dezember 2009

Providence – Der hohe Gehalt an Aromen, Tanninen und anderen fermentierten Stoffen ist wesentlich für den sogenannten Kater verantwortlich, der sich nach dem Genuss hochprozentiger alkoholischer Getränke einstellt. Wodka, das frei von diesen Zusatzstoffen ist, erwies sich deshalb in einer Studie im Alcoholism: Clinical & Experimental Research (2009; doi: 10.1111/j.1530-0277.2009.01116) als besser verträglich als Bourbon. Er könnte jedoch bewirken, dass die Konsumenten die Nachwirkungen des Alkohols unterschätzen.

Wissenschaftler des Center for Alcohol and Addiction Studies an der Brown Universität in Providence/Rhode Island haben 95 junge Männer und Frauen dafür bezahlt, dass sie sich kontrolliert betrinken. Als Gegenleistung mussten Probanden drei Nächte in einem Schlaflabor verbringen, die erste zur Eingewöhnung, eine weitere um den Alkoholspiegel auf 1,1 Promille zu steigern, während es in der dritten Nacht nur die gleiche Menge eines nicht alkoholischen Getränks gab.

Die Gruppe um Damaris Rohsenow wollte erforschen, welche Folgen Bourbon und Wodka auf die Schlafeigenschaften und den Kater am nächsten Morgen haben. Dass Kopfschmerzen, Übelkeit, allgemeine Abgeschlagenheit und Durst, bei dem “dunklen” Bourbon häufiger auftreten als nach dem von fermentierten Stoffen (außer dem Alkohol) freien Wodka, ist allgemein bekannt.

Die Forscher können aber zeigen, dass dies nicht mit dem unruhigen Schlaf zusammenhängt, der dem Kater in der Regel vorausgeht. Die Störung des Schlafes ist ausschließlich eine Folge des Alkohols. Dies trifft auch auf die Nachwirkungen des Alkohols auf die Konzentrationsfähigkeit zu.

Probanden, die sich mit Wodka betranken, schnitten in den entsprechenden Tests ebenso schlecht ab wie die Probanden, welche mit Bourbon auf den gleichen Alkoholspiegel titriert worden waren. Sie spürten es jedoch weniger.

Wodka könnte deshalb das gefährlichere Getränk sein, da es die Betrunkenen dazu verführt sich am Morgen danach fitter zu fühlen als sie es in Wirklichkeit sein. Wer sich mit Bourbon betrinkt, erhält nicht nur eine Lektion über den unvernünftigen Umgang mit Alkohol, er wird durch den Kater möglicherweise auch vor unvorsichtigen Handlungen bewahrt. © rme/aerzteblatt.de

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