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Sachsen-Anhalt setzt auf Verhandlungsbereitschaft des Impfstoff-Herstellers

Montag, 4. Januar 2010

Berlin – Der neue Gesundheitsminister von Sachsen-Anhalt, Norbert Bischoff (SPD), hofft in der Frage zu viel bestellter Impfstoffe gegen die Schweinegrippe auf einen Kompromiss mit der Pharmaindustrie. Im Deutschlandradio Kultur sagte Bischoff am Montag, zwar gebe es Verträge mit den Herstellern. Aber gleichzeitig wüssten diese, dass sie eigentlich auch die öffentliche Hand brauchten, „auch für die Zukunft“. Er gehe stark davon aus, dass man sich auf einen „Mittelweg“ einigen könne.

Andernfalls kämen bei gleichbleibender Impfbereitschaft der Bürger hohe Kosten auf die Länder zu. „Wenn es so bliebe, würden wir tatsächlich auf einer hohen Dosis von nicht gebrauchten Impfstoffen sitzenbleiben, und das könnte eine Summe zwischen zwei und zehn Millionen nur für das Land bedeuten“, sagte der Minister.

Eine Ursache für die mangelnde Impfbereitschaft weiter Teile der Bevölkerung sieht der SPD-Politiker darin, dass es große Verunsicherung gegeben habe zu einer Zeit, als sich viele impfen lassen wollten.

„Dieses Hin und Her und immer wieder neue Argumentation und noch neue Informationen haben einfach Menschen auch verunsichert“, sagte Bischoff. Es wäre wünschenswert, wenn in einer „etwas ruhigeren Art informiert“ würde und „dass man ein Stückchen auch abwartet bei der Herstellung des Impfstoffes“.

Am Donnerstag wollen sich Bund und Länder mit dem Impfstoff-Hersteller GlaxoSmithKline zu Nachverhandlungen treffen. Die Landesgesundheitsminister wollen nur noch die Hälfte der 50 Millionen bestellten Impfdosen gegen die Schweinegrippe abnehmen.

Da eine einmalige Schutzimpfung pro Person ausreiche, seien 25 Millionen Dosen genug, hatte der Staatssekretär im Thüringer Gesundheitsministerium, Hartmut Schubert (SPD), kürzlich gesagt. Dies hätten die Länder dem Pharmakonzern bereits mitgeteilt. © ddp/aerzteblatt.de

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