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Medizin

H1N1: Pneumokokken im Abstrich als Risikofaktor

Montag, 4. Januar 2010

New York City – Neben chronischen Vorerkrankungen wie Asthma oder Diabetes mellitus und einer Adipositas gibt es einen weiteren, vielleicht noch wichtigeren Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Neuen Influenza H1N1: Der Nachweis von Pneumokokken im Nasenabstrich kündigte in einer Studie in PLoS Pathogens (2009; 4: e8540) häufig einen schweren Verlauf an.

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Es ist bekannt, dass die meisten Todesfälle an der saisonalen Grippe nicht auf die Influenzaviren selbst, sondern auf bakterielle Superinfektionen zurückzuführen sind. Viele Patienten sterben an einer schweren Pneumonie, deren häufigster Erreger Streptococcus pneumoniae ist.

Dies ist auch bei der Neuen Influenza nicht anders, wie Gustavo Palacios von der Columbia Universität in New York City und Mitarbeiter erfuhren. Die Forscher suchten nach Gründen für die hohe Case Fatality Rate von H1N1 in Argentinien. Dort starben 4,5 Prozent der behandelten Patienten, während es in Mexiko (anders als anfänglich in den Medien berichtet) nur 0,6 Prozent waren.

Zunächst war ein Reassortment der Virus, also die Entstehung einer neuen Virusvariante befürchtet worden, doch diese Möglichkeit wurde durch die Sequenzierung der Virusgene schnell ausgeschlossen. Die Viren waren auf der südlichen Hemisphäre die gleichen wie auf der nördlichen.

Palacios entdeckte allerdings, dass bei ungewöhnlich vielen Patienten in Argentinien die Nasenschleimhaut mit Streptococcus pneumoniae besiedelt war: In der untersuchten Gruppe von 199 Patienten reagierte jeder dritte in einem Gentest (MassTag PCR) positiv auf Streptococcus pneumoniae.

Unter den Patienten mit einem lebensgefährlichen Verlauf betrug die Prävalenz 56,4 Prozent, und in der Altersgruppe zwischen 6 und 55 Jahren, in der die Neue Influenza normalerweise milde verläuft, hatten bei einem schweren Verlauf 65 Prozent einen positiven Rachenabstrich. Nach der Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren kommen die Autoren in dieser Gruppe sogar auf eine Odds Ratio von 125.

Unklar ist derzeit noch, ob die hohe Case-Fatality Rate in Argentinien auf einen besonderen Pneumokokken-Stamm zurückgeht. Auch die Frage, ob eine frühzeitige antibiotische Therapie den schweren Verlauf verhindern könnte, muss noch untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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