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Dienstag, 5. Januar 2010
COX-2-Hemmer könnte Hautkrebs vorbeugen

Oakland – Der COX-2-Hemmer Celecoxib kann möglicherweise der Entwicklung von Basaliomen vorbeugen. In einer randomisierten klinischen Studie in Cancer Prevention Research (2010; 3: 25-34) senkte der Wirkstoff die Tumorlast beim Basalzellnävus-Syndrom. Eine breitere Anwendung müsste gegen die Risiken des „Coxibs“ abgewogen werden.

Das Enzym Cyclooxygenase-2 (COX-2) ist nicht nur an der Entzündungsreaktion beteiligt, zu deren Behandlung die COX-2-Inhibitoren entwickelt wurden. COX-2 wird auch von vielen Tumoren exprimiert, wo es eine tumorfördernde Wirkung haben soll. 

Studien belegen, dass der COX-2-Hemmer Celecoxib bei Patienten mit familiärer adenomatöser Polyposis die Zahl der neu gebildeten Adenome senkt. Ein Präparat ist seit einigen Jahren zur Begleittherapie (neben der chirurgischen Entfernung der Adenome) zugelassen.

Die Gruppe um Ervin Epstein vom Research Institute in Oakland hat untersucht, ob Celecoxib auch die Entwicklung von Hauttumoren verhindern kann. Hierfür gab es Hinweise aus In-vitro-Untersuchungen und epidemiologischen Studien.

Die Forscher behandelten zunächst Mäuse, die einen Defekt im Ptch1-Gen haben, der beim Menschen mit dem Basalzellnävus-Syndrom assoziiert ist. Es handelt sich um ein seltenes Erbleiden, zu dem neben einer typischen Physiognomie (vorstehender Unterkiefer, nach vorne gewölbte Stirn) auch die Bildung von Basalzellkarzinomen gehört: Einige Patienten entwickeln hunderte dieser Tumore.

In einem ersten Experiment schalteten die Forscher das Cox-2-Gen bei den Mäusen aus: Die Tumorlast (ein Parameter aus Zahl und Größe der neu gebildeten Hauttumoren) ging um 75 Prozent zurück. Dann wurden die Cox-2-Enzyme pharmakologisch durch Gabe von Celecoxib ausgeschaltet: Die Tumorlast wurde um 35 Prozent gesenkt.

Als nächstes starteten die Forscher eine kleine klinische Studie (Phase 2), an der 60 Patienten mit Basalzellnävus-Syndrom (mit Gendefekt im Ptch1-Gen) teilnahmen. Sie wurden entweder mit Placebo oder mit Celecoxib (200 mg zweimal täglich) behandelt.

Die Studie begann 2001, wurde jedoch drei Jahre später abgebrochen, nachdem die Vioxx®-Affäre ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unter dem COX-2-Inhibitor Rofecoxib zutage gefördert hatte (Im Gegensatz zu Vioxx wurde Celebrex nicht vom Markt genommen).

Trotz der kurzen Behandlungsdauer zeigte Celecoxib eine Nachwirkung: Die Tumorlast ging gegenüber der Placebogruppe zurück. Signifikant war die Krebsprävention allerdings nur bei den etwa 60 Prozent der Patienten mit weniger schwerer Erkrankung (weniger als 15 Basaliome zu Studienbeginn). Hier kam es im Placebo-Arm zu einem Anstieg der Tumorlast um 50 Prozent pro Jahr, unter Celecoxib konnte der Anstieg auf 20 Prozent begrenzt werden.

Dies überzeugt auch die beiden Editorialisten. Charles Rudin von der Johns Hopkins Universität in Baltimore hofft auf weitere Studien bei Patienten mit einem erhöhten Risiko von Basaliomen (Cancer Prevention Research 2010; 3: 1-3), während Jack Arbiser von der Veteranenbehörde in Atlanta einschränkt, dass vor einem breiteren Einsatz zunächst die Sicherheit einer krebspräventiven Therapie in größeren Studien untersucht werden müsse (Cancer Prevention Research 2010 3: 4-7). © rme/aerzteblatt.de

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