Baltimore – Die mit der Tabakabstinenz einhergehende Gewichtszunahme ist ein eigenständiges Diabetesrisiko. In einer prospektiven Beobachtungsstudie in den Annals of Internal Medicine (2010; 152: 10-17) war das Risiko bis zu 12 Jahren nach der erfolgreichen Aufgabe des Rauchens noch erhöht. Aber auch Menschen, die weiter rauchen, hatten ein erhöhtes Diabetesrisiko.
Am besten ist es gar nicht erst mit dem Rauchen anzufangen. Diese Erkenntnis haben Raucher spätestens, wenn sie sich mit dem Gedanken beschäftigen, ihre Sucht zu beenden. Und wenn es ihnen tatsächlich gelingt, kommt es praktisch immer zu einer Zunahme des Körpergewichts.
Bei den erfolgreichen Abstinenzlern der Atherosclerosis Risk in Communities Study (ARIC) betrug die Gewichtszunahme in den ersten drei Jahren 8,4 Pfund, wobei sich das meiste Fett wohl im Bauchbereich ablagerte, denn die Taille nahm um 1,25 Zoll (3,175 cm) zu.
Da die viszerale Adipositas ein bekannter Risikofaktor für das metabolische Syndrom ist, musste mit einer Zunahme des Diabetesrisikos gerechnet werden. Genau dies können Hsin-Chieh Yeh von der Johns Hopkins Universität in Baltimore und Mitarbeiter jetzt in ihrer Auswertung dokumentieren: Der Verzicht auf die Zigaretten war mit einem um 73 Prozent erhöhten Risiko auf einen Typ-2-Diabetes mellitus assoziiert.
Dank der großen Teilnehmerzahl der Studie (10.892 Erwachsene mittleren Alters) sind in dieser Zahl bereits eine Reihe bekannter Diabetes-Risikofaktoren berücksichtigt – nicht aber die Gewichtszunahme, auf die das Risiko in erster Linie zurückzuführen ist.
Weiter zu rauchen ist jedenfalls aus diabetologischer Sicht keine Alternative. Denn auch bei den aktiven Rauchern nahm das Diabetesrisiko um 31 Prozent zu, ebenso auch bei den Ex-Rauchern, bei denen die Abstinenz bereits länger zurücklag: Sie erkrankten zu 22 Prozent häufiger neu am Typ-2-Diabetes mellitus.
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