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Medizin

Retroviren doch nicht Ursache des Chronischen Müdigkeitssyndroms

Mittwoch, 6. Januar 2010

London – Im September hatten US-Forscher berichtet, dass zwei Drittel aller Patienten mit dem chronischen Erschöpfungssyndrom aktiv mit Retroviren infiziert sind. Jetzt kommt das Dementi. Britische Forscher konnten in einer Studie in PLoS ONE (2009; 5: e8519) keine Retroviren nachweisen.

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Die US-Publikation von Vincent Lombardi vom Whittemore Peterson Institute in Reno und Mitarbeitern (Science 2009; 326: 585-589) hatte für erhebliche Publizität gesorgt. Denn die Ursache des Chronic Fatigue Syndrome (CFS), an dem bis zu ein Prozent der Bevölkerung leiden soll (auch wenn die Angaben zur Häufigkeit stark schwanken) ist unbekannt.

Die Verzweiflung der Patienten mit myalgischer Enzephalomyelitis, so eines der Synonyme der Erkrankung, ist groß. Sie leiden sehr unter der unerklärlichen körperlichen und mentalen Schwäche. Einige Zentren in den USA sollen bereits begonnen haben, die Patienten mit Aids-Medikamenten zu behandeln.

Denn das xenotrope murine Leukämie-Virus (XMRV), das erst vor wenigen Jahren entdeckt wurde, ist als Retrovirus entfernt mit dem HI-Virus verwandt. Studien, die einen Nutzen der Medikamente belegen, gibt es indes nicht. Und jetzt scheint auch die virologische Grundlage für ihren Einsatz zu entfallen.

Die Gruppe um Myra McClure vom Imperial College London konnte in keinem von 196 britischen Patienten Virusgene im Blut nachweisen. Alle Patienten wurden an einer Spezialambulanz am King’s College in London betreut und an der Diagnose des CFS ist nach Auskunft der Forscher nicht zu zweifeln. © rme/aerzteblatt.de

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