Ausland

Debatte über Schweinegrippe-Impfung erreicht Europarat

Donnerstag, 7. Januar 2010

Straßburg – Die Kontroverse um die Impfungen gegen Schweinegrippe erreicht nun auch den Europarat. Wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte, wollen Mitglieder der Parlamentarierversammlung Ende Januar Vertreter der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und der Pharma-Industrie anhören. Der Unterausschuss Gesundheit hat außerdem eine Dringlichkeitsdebatte zu dem Thema beantragt.  

Ziel sei es, eine Untersuchung zu den Hintergründen der von Deutschland und anderen Ländern beschlossenen Massenimpfungen zu erreichen, sagte der Vorsitzende des Unterausschusses, der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wodarg, am Donnerstag.

Wodarg bekräftigte seine Überzeugung, dass Pharmakonzerne gezielt Wissenschaftler und die WHO beeinflusst haben, damit diese vor einer Pandemie warnten. Dies habe dazu geführt, dass viele Staaten Unsummen für überflüssige und zudem potenziell gefährliche, weil ungenügend getestete Impfungen ausgaben. Den Pharmaunternehmen habe die angebliche Pandemie einen „Jackpot“ beschert.

Wodarg wirft der WHO zudem vor, nach dem Ausbruch der Vogelgrippe ihre Kriterien für die Ausrufung einer Pandemie geändert zu haben. Ausschlaggebend sei nun nicht mehr die Gefährlichkeit einer Erkrankung, sondern nur die Geschwindigkeit, mit der sich ein Virus ausbreitet. Dadurch sei Panik vor der Schweinegrippe geschürt worden, obwohl diese „erheblich harmloser ist als alle Grippewellen der Vorjahre“. Sie habe bisher „nicht einmal ein Zehntel“ der bei saisonalen Grippen üblichen Todesfälle verursacht. 

Der SPD-Politiker möchte erreichen, dass die Parlamentarier-Versammlung einen Berichterstatter mit der Untersuchung beauftragt. Dieser könnte auch der Frage nachgehen, ob die Pharma-Industrie die WHO finanziell unterstützt.

Ob eine Dringlichkeitsdebatte auf die Tagesordnung gesetzt wird, entscheidet das Plenum zum Auftakt der fünftägigen Winter-Sitzung am 25. Januar. Die Anhörung im Ausschuss ist dagegen bereits beschlossen. Sie soll am 28. Januar stattfinden – vermutlich aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Darauf bestehe die WHO, sagte Wodarg. 

Deutschland, Frankreich und andere Länder haben weit mehr Impfdosen bestellt, als sie tatsächlich benötigen. Sie versuchen nun, Bestellungen zu stornieren oder Impfstoffe an andere Länder zu verkaufen. © afp/aerzteblatt.de

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

4.146 News Ausland

Fachgebiet

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige