New York – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat den Umgang mit Drogenabhängigen in China angeprangert. In sogenannten Rehabilitationszentren zwinge man Drogenabhängige zu unbezahlter Arbeit und versperre ihnen den Zugang zu einer Suchttherapie, heißt es in einem am Mittwoch (Ortszeit) in New York veröffentlichten HRW-Bericht.
Das seit Juni 2008 geltende chinesische Anti-Drogen-Gesetz erhöht nach Angaben der Menschenrechtsorganisation die Risiken für mutmaßliche Drogenabhängige. Chinesische Behörden seien dadurch berechtigt, Drogenkonsumenten ohne Gerichtsverfahren für bis zu sieben Jahre zu inhaftieren. Rund eine halbe Million Menschen seien in geschlossenen Haftzentren für Drogenkonsumenten inhaftiert.
„Anstatt dafür zu sorgen, dass Drogenabhängige eine wirksame Therapie erhalten, unterwirft das neue Gesetz sie willkürlicher Haft und unmenschlicher Behandlung“, so der Leiter der Abteilung Gesundheit und Menschenrechte von HRW, Joe Amon.
Der Bericht, der sich auf Ermittlungen in den Provinzen Yunnan und Guangxi stützt, beschreibt, wie Gefangene in einigen Haftzentren geschlagen und zur Arbeit gezwungen wurden, ohne jegliche medizinische Behandlung zu erhalten.
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