Tampa – Endlich einmal gute Nachrichten für Handy-Telefonierer. Standen die elektromagnetischen Felder in der Umgebung der Geräte bisher im Verdacht, Krebs oder andere schlimme Erkrankungen auszulösen, so kommen US-Forscher im Journal of Alzheimer's Disease( 2010; 19: 1) jetzt zu dem Ergebnis, dass die Mobiltelefone eine protektive Wirkung gegen eine Altersdemenz haben.
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Bislang ist dies nur für Mäuse erwiesen. Die 96 Versuchstiere, darunter solche mit einer genetisch bedingten Neigung zur Alzheimer-Demenz, wurden über sieben bis neun Monate täglich zweimal eine Stunde den elektromagnetischen Feldern eines Mobiltelefons ausgesetzt.
Natürlich trugen die Mäuse keine Headsets, und das Team um Gary Arendash von der Universität in Tampa/Florida hielt ihnen die miniaturisierten Geräte auch nicht an die kleinen Öhrchen. Der Versuchsaufbau mit um ein Mobiltelefon arrangierten Käfigen soll allerdings der Exposition von Viel-Telefonierern sehr nahe kommen.
Wie diese bekamen die Mäuse warme Ohren. Aber nicht nur das. In einer “hoch-wertigen kontrollierten” Studie schnitten die Mäuse auch in kognitiven Tests (zur Orientierung im Käfig) besser ab als die bedauernswerten Geschöpfe der Kontrollgruppe, bei denen die Forscher später auch vermehrt Ablagerungen von Beta-Amyloiden im Gehirn gefunden haben wollen.
Die elektromagnetischen Wellen dagegen beugten nicht nur der Alzheimer-Demenz vor. Auch bei bereits erkrankten Tieren soll es zu einem Abbau von Amyloiden gekommen sein, berichtet Arendash, der ähnliche Effekte im letzten Jahr bei Mäusen auch nach der Gabe von Koffein beobachtet haben will (J Alzheimers Dis 2009; 17: 661-80).
Wie die Wirkung zustande kommt, ist weder beim Koffein noch bei der Handystrahlung bekannt. Arendash vermutet, dass die lokale Erwärmung, eine Steigerung des Blutflusses (bei der Handystrahlung), vielleicht auch eine anregende Wirkung (beim Koffein) den Abbau der Amyloide beschleunigen könnte.
Leider, fügt Arendash hinzu, trat die positive Wirkung der Handystrahlung bei den Mäusen erst nach vielen Monaten auf, was auf den Menschen übertragen wohl eine jahrelange Handybenutzung und etliche 2-Jahres-Verträge erfordern dürfte.
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