Pharma-Kritiker: Zuviel Impfstoff wegen unfähiger Behörden
Freitag, 8. Januar 2010
Berlin – Der Herausgeber des Informationsdienstes „Arznei-Telegramm“, Wolfgang Becker-Brüser, sieht die Ursache für die Bestellung von zu viel Impfstoff gegen die Schweinegrippe in der Unfähigkeit der Gesundheitsbehörden. „Der Vertragsabschluss war einfach unprofessionell“, sagte der Pharmazeut und Arzt der „Berliner Zeitung“ vom Freitag. „Da hat man sich viel zu sehr an der Vogelgrippe orientiert.“
Dass gegen die Schweinegrippe – anders als gegen die Vogelgrippe – nur eine statt zwei Impfungen nötig ist, sei für Fachleute keineswegs überraschend gewesen. „Man hätte den Vertrag auf jeden Fall flexibler gestalten müssen“, sagte Becker-Brüser der Zeitung. Auch die Verhandlungen mit der Herstellerfirma GlaxoSmithKline über verringerte Abnahmemengen hätten „noch im Dezember“ aufgenommen werden müssen.
Als Konsequenz aus den Fehlern forderte Becker-Brüser: „Derartige Großbestellungen bei der Pharmaindustrie müssen künftig transparent und mit öffentlicher Beteiligung erfolgen – begleitet von öffentlichen Anhörungen. Und es muss offen über Nutzen und Schaden gesprochen werden. Sonst fühlen sich die Menschen verschaukelt“, sagte er der Zeitung. © ddp/aerzteblatt.de
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