Aachen – Die Unfallchirurgische Klinik des Universitätsklinikums Aachen setzt als eines der ersten Zentren in Europa auf eine neue Technik zur Gewinnung von Knochentransplantaten. Dabei entnehmen die Mediziner das Knochenmaterial nicht mehr aus dem Beckenknochen, sondern gewebeschonend aus dem Oberschenkelinnenraum.
„Bis jetzt wurde den Patienten dafür ein Stück Knochen aus dem Beckenkamm entfernt – ein schmerzhafter Eingriff, nach dem die Patienten einige Tage das Bett hüten mussten“, so Klinikdirektor Hans-Christoph Pape. Die neue Methode hingegen sei deutlich schonender.
Grundlage der neuen Technik ist ein spezieller Bohrer, mit dem der Oberschenkelknochen angebohrt und das Knochenmehl aus dem Inneren des Knochens abgesaugt wird. Pape hat an der rund zehnjährigen Entwicklung des Bohrers mitgewirkt und erklärt, dass mit der neuen Methode auch mehr Knochenmaterial gewonnen werden kann, als aus dem Becken.
So können auch größere Lücken geschlossen werden, ohne Fremdknochen zu verwenden. Nach drei bis vier Monaten ist die ausgebesserte Stelle des Knochens wieder so hart und stabil wie der Rest des Knochens und kann voll belastet werden. Das neue Verfahren eignet sich auch bei traumatischen, infektbedingten Knochendefekten sowie bei Osteoporose und periprothetischen Frakturen.
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