New York – Das Absetzen von Dopaminagonisten kann bei Parkinsonpatienten die gleichen Entzugssymptome auslösen wie bei Kokainabhängigen die fehlende Droge. Die Forscher sprechen in den Archives of Neurology (2010; 67: 58-63) von einem “dopamine agonist withdrawal syndrome” oder DAWS.
Dopaminagonisten stimulieren das Belohnungssystem im Gehirn in ähnlicher Weise wie Kokain und Methamphetamine, schreibt Melissa Nirenberg vom New York-Presbyterian Hospital. Die Wirkung ist stärker als beim L-Dopa, dem Standardmedikament seit den 60er-Jahren, das allerdings nach einem langjährigen Einsatz zu Dyskinesien führt.
Die in den 90er-Jahren eingeführten Dopaminagonisten sind in dieser Hinsicht besser verträglich. Doch seit einigen Jahren häufen sich die Hinweise auf psychiatrische Nebenwirkungen. Zu ihnen gehören Zwangsstörungen, die nach Auskunft der Autorin bei 14 bis 17 Prozent der Patienten beobachtet werden und die mitunter merkwürdige Auswüchse annehmen.
In der Literatur finden sich zahlreiche Fallbeschreibungen von Patienten, die durch eine exzessive Spielsucht in wirtschaftliche Not geraten oder durch eine bizarre Hypersexualität ihre Lebenspartner irritieren. Auch Internetsucht und Essstörungen sind beschrieben.
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