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Dienstag, 12. Januar 2010
Fernsehen verkürzt das Leben

Victoria – Wer täglich mehrere Stunden bewegungslos vor dem Fernseher verbringt, stirbt früher. Nach den Ergebnissen einer prospektiven Beobachtungsstudie in Circulation (2010; doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.109.894824) steigt mit jeder Stunde vor dem Bildschirm das Sterberisiko um 11 Prozent, wobei neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen (plus 18 Prozent) auch das Krebssterberisiko (plus 9 Prozent) erhöht ist.

Die Zahlen stammen auf einer Auswertung der Australian Diabetes, Obesity and Lifestyle Study (AusDiab), die 8.800 Erwachsene (über 25 Jahre) nach ihren Fernsehgewohnheiten befragt hat – diese Angaben aber in keiner Weise überprüft hat.

In den folgenden 6,6 Jahren kam es zu 284 Todesfällen, von denen 87 durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und 125 durch Krebs verursacht wurden. Beide traten bevorzugt bei Personen mit hohem Fernsehkonsum auf: Das Sterberisiko steigt mit der Dosis: Mehr als 4 Stunden am Tag erhöhten das Sterberisiko um 46 Prozent, der Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen trat zu 80 Prozent häufiger auf gegenüber Personen, die weniger als 2 Stunden fernsahen.

Betroffen waren auch Menschen, die nicht rauchten, deren Blutdruck und Cholesterin nicht erhöht war, die sich gesund ernährten, kein Übergewicht hatten und in der Freizeit Sport trieben. Nichts kann die negativen Auswirkungen der allgemeinen Bewegungslosigkeit vor dem Bildschirm kompensieren, berichtet der Leitautor David Dunstan vom Baker IDI Heart and Diabetes Institute in Victoria/Australien.

Er warnt: Computerarbeit oder auch die Lektüre eines spannenden Buches könnten die gleichen Auswirkungen haben. Er rät die Fernbedienung zu entsorgen, vor dem Fernseher leichte Hausarbeiten durchzuführen und den Computer im Stehen zu bedienen. © rme/aerzteblatt.de

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