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PRP-Therapie bei Achillodynie ein Placebo

Mittwoch, 13. Januar 2010

Rotterdam – Die PRP-Therapie, eine in der Sportmedizin in Mode gekommene Variante der Eigenblutbehandlung, hat in einer ersten randomisierten klinischen Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 144-149) die Achillodynie nicht wirksamer gelindert als die Injektion von Salzwasser.

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Glaubt man den US-Medien, dann hat die PRP-Therapie die Sehnenerkrankungen von Golfer Tiger Woods und den Football-Stars Troy Polamalu und Hines Ward geheilt. Aber auch in Deutschland werden Injektionen von thrombozytenreichem Plasma (Platelet-Rich Plasma, PRP) angeboten, das durch Plasmapherese auf aufwändige Weise aus einer Eigenblutspende gewonnen wird und entsprechend teuer ist.

Lange Zeit war die Anwendung auf die Zahnmedizin beschränkt, doch in letzter Zeit wird sie zur verbesserten Heilung von Sehnenerkrankungen propagiert, auf die 30 bis 50 Prozent aller Sportverletzungen entfallen und für die es derzeit keine befriedigenden “schnellen” Therapien gibt. Dies gilt auch für die schmerzhafte Achillodynie, die jeder zweite Langstreckenläufer im Verlauf seines Lebens entwickelt und die viele zumindest vorübergehend zur Aufgabe des Sports zwingt.

Diese therapeutisch unbefriedigende Situation mag erklären, warum ungewöhnliche Therapieansätze erprobt werden, zu denen die PRP sicherlich gehört. Die Thrombozyten in den Plasmakonzentraten sollen Wachstumsfaktoren freisetzen, welche die Heilung der Tendinopathie fördern sollen.

Die Evidenz beruhte bisher nur auf Laboruntersuchungen und klinischen Studien mit eingeschränkter Aussagekraft, berichten Robert de Vos von der Erasmus Universität und Mitarbeiter, die das Verfahren erstmals einer randomisierten klinischen Studie unterzogen.

Insgesamt 54 Patienten im Alter von 18 bis 70 Jahren wurden zwischen August 2008 und Januar 2009 behandelt. Neben einer Bewegungstherapie (Streckübungen der Achillessehne) erhielten sie eine Injektion in die schmerzhafte Sehne, die entweder mit PRP oder Kochsalzlösung enthielt. Endpunkt waren die Verbesserungen der Schmerzen und der Aktivität, die mit dem Victorian Institute of Sports Assessment-Achilles-Fragebogen erfasst wurden.

Nach 6, 12 und 24 Wochen gaben die meisten Patienten unter der PRP-Therapie eine stetige Linderung ihrer Beschwerden an. Am Ende waren immerhin 56 Prozent der Patienten mit dem Therapieergebnis zufrieden. Dies mag die Begeisterung der oben genannten US-Profis erklären.

Die vielen Freizeitsportler, die sich die etwa 1.000 US-Dollar teure Therapie nicht leisten können, dürfen sich jetzt damit trösten, dass die Ergebnisse im Placebo-Arm nicht schlechter waren. Die exzentrischen Dehnungsübungen, vielleicht aber auch die durch die Schmerzen erzwungene Trainingspause (die einzuhalten die Therapie motiviert haben mag) könnten bei vielen Patienten die Erholung der Achillessehne begünstigt haben.

Es erscheint indes unwahrscheinlich, dass die Studie der niederländischen Sportmediziner das Ende der PRP-Therapie bei Tendopathien bedeutet. In der New York Times wird bereits auf die nächste Studie verwiesen, die demnächst im American Journal of Sports Medicine publiziert wird. Dort hat ein Team um Taco Gosens vom St. Elisabeth Hospital in Tilberg, ebenfalls in den Niederlanden, die PRP-Therapie beim Tennisellenbogen (Epicondylitis radialis humeri) mit der Injektion von Steroiden verglichen.

Wie es heißt, soll die PRP-Therapie hier Vorteile erzielt haben. Die genauen Ergebnisse sind noch nicht bekannt. Kritiker haben aber bereits eingewendet, dass die Studie wohl weniger die Wirkung der PRP-Therapie belege, als vielmehr auf die Risiken der Steroidinjektion hinweise, die vorübergehend den Schmerz lindert, langfristig aber die Reparaturvorgänge in der Sehne behindere. © rme/aerzteblatt.de

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