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Morphium verhindert posttraumatische Belastungsstörung

Freitag, 22. Januar 2010

San Diego – US-Soldaten entwickeln nach schweren Verletzungen nur halb so häufig eine posttraumatische Belastungsstörung (PTSD), wenn sie bei der Notfallversorgung mit Morphium behandelt wurden. Die im New England Journal of Medicine (2010; 362: 110-117) vorgestellten Erfahrungen werden durch Erkenntnisse der Grundlagenforschung gestützt.

Kriegsverletzte, aber auch Opfer ziviler Unfälle leiden häufig lebenslang unter Albträumen, Schlafstörungen und Angstreaktionen, die durch unkontrollierbare Erinnerungen an das Trauma wachgehalten werden.

Die Forschung führt die PTSD, im Prinzip eine Pawlowsche Reaktion, auf die Adrenalinausschüttung während der emotionalen Schockreaktion zurück. Sie bewirkt eine starke Aktivierung der Corpora amygdaloideum, eine Schnittstelle zwischen Gedächtnis und Gefühlsleben.

Bei Ratten konnte durch Mikroinjektionen von Adrenalin in die Amygdala die Konditionierung verstärkt werden, was sich wiederum durch die Gabe des Betablockers Propanolol verhindern lässt.

Die adrenerge Reaktion kann auch durch Morphine gehemmt werden, dessen µ-Rezeptoren auf der Amygdala nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse von Troy Lisa Holbrook und Mitarbeitern vom Naval Health Research Center in San Diego fügen sich deshalb in gegenwärtige Konzepte zur Pathogenese des PTD.

Die Forscher haben eine Datenbank des US-Militärs ausgewertet. Aus ihr geht hervor, dass US-Soldaten, bei denen die Ärzte später ein PTSD diagnostizierten, bei der Erstversorgung seltener mit Morphin behandelt wurden.

Das Opiat wird in der Regel zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt. Es könnte aber auch verhindert haben, dass die Patienten später ein PTSD entwickelten. Die von den Forscher errechnete Odds Ratio von 0,49 lässt jedenfalls auf eine hohe protektive Wirkung schließen, wobei die Ergebnisse einer retrospektiven Datenbank-Analyse sicherlich erst noch durch eine randomisierte Studie bestätigt werden müssten.

Ein breiter Einsatz von Morphium auf Kriegsschauplätzen ist für den Editorialisten Matthew Friedman von der Dartmouth Medical School in Hanover/New Hampshire (NEJM 2010; 362: 168-170) indes kaum vorstellbar. Er rechnet eher mit Studien, die den Wert von Propanolol oder Clonidin (ein Sympatholytikum) als „Morning-after-Pill“ (Wortwahl Friedman) für US-Soldaten untersuchen.

Eine weitere Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 101-109) zeigt, dass die Kriege im Irak und jetzt in Afghanistan nicht nur die Soldaten stressen. Auch bei den Ehefrauen steigt mit der Dauer des Kriegseinsatzes ihrer Gatten die Zahl der Arztbesuche wegen depressiver Erkrankungen, Angstzuständen, Schlafstörungen und Anpassungsstörungen, wie Alyssa Mansfield von der University of North Carolina in Chapel Hill nachweisen kann. © rme/aerzteblatt.de

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adonis
am Freitag, 15. Januar 2010, 07:56

Geil, Heroin für alle!!!

Das haben die USA schon im Vietnamkrieg praktiziert. Und verloren!!!!

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