Kopenhagen – Eine neue Auswertung der D:A:D-Studie im Journal of Infectious Diseases (JID 2010; 201: 318–330) bestätigt, dass einige antiretrovirale Medikamente das Herzinfarktrisiko erhöhen. Die Gefährdung ist jedoch gering und sie bleibt hinter anderen modifizierbaren Risikofaktoren zurück.
Die Data Collection on Adverse Events of Anti-HIV Drugs oder D:A:D-Studie hat Daten zu 33.308 Infizierten gesammelt, von denen 580 in insgesamt 178.835 Personen-Jahren an einem Herzinfarkt erkrankt sind. Das ist eine vergleichsweise geringe Zahl, die meisten Patienten haben aber auch noch nicht das Alter erreicht, in dem Herzinfarkte häufig auftreten.
Da verschiedene Wirkstoffe, vor allem aus der Gruppe der Protease-Inhibitoren, den Lipid- und Glukosestoffwechsel ungünstig beeinflussen, muss infolge der lebenslangen Therapie mit einer erhöhten Zahl von kardiovaskulären Folgekrankheiten gerechnet werden, und frühere Auswertungen der D:A:D-Studie hatten auf ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hingewiesen, das nicht allein auf die Protease-Inhibitoren beschränkt war.
Die höchsten Odds Ratios ermitteln Signe Westring Worm von der Universität Kopenhagen und Mitarbeiter jetzt für die nukleosidischen Reverse-Trankriptase-Inhibitoren (NRTI) Abacavir und Didanosin, deren Anwendung kurzfristig mit einem um 73 beziehungsweise um 30 Prozent erhöhten Risiko assoziiert war.
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