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Meta-Analyse: Vitamin D plus Kalzium senkt Frakturrisiko

Freitag, 15. Januar 2010

Kopenhagen – Vitamin D allein kann nach den Ergebnissen einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: b5463) Frakturen bei älteren Menschen nicht verhindern. Die gleichzeitige Einnahme von Kalzium verspreche jedoch eine gewisse prophylaktische Wirkung.

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Ein Vitamin D-Mangel ist bei älteren Menschen, vor allem wenn sie in Alters- oder Pflegeheimen wohnen, häufig. Dieser erklärt plausibel die erhöhte Anfälligkeit dieser Menschen für Frakturen (durch eine verminderte Knochenmineralisation) und Stürze (durch die gestörte neuromuskuläre Funktion).

Dennoch gelang es in mehreren randomisierten klinischen Studien nicht, die Wirksamkeit einer an sich sinnvollen Vitamin-D-Behandlung eindeutig zu belegen. Auch die jetzt von der “Vitamin D Individual Patient Analysis of Randomized Trials” oder DIPART-Gruppe vorgestellten Daten, die sieben große Studien mit 68.517 Teilnehmern zusammenfassen, kommen zu dem Ergebnis, dass die Gabe von Vitamin D in der Dosis von 10 oder 20 µg allein nicht ausreicht, um das Frakturrisiko zu reduzieren. Erst die zusätzliche Einnahme von Kalzium (1000 mg/die) gewährt nach den Studienergebnissen einen allerdings geringen Schutz.

Das Frakturrisiko sinkt nach Berechnungen von Bo Abrahamsen von der Universitätsklinik Gentofte bei Kopenhagen und Mitarbeitern jedoch nur um 16 Prozent. Und da die Zahl der Frakturen in den Studien insgesamt selten war, müssten 200 Senioren (ohne vorherige Knochenbrüche) oder 82 Senioren (mit einer früheren Fraktur) über drei Jahre behandelt werden, um eine Fraktur zu verhindern (Number needed to treat, NNT).

Für die Vermeidung einer Hüftfraktur beträgt die NNT sogar 548 (ohne frühere Fraktur) oder 255 (bei früherer Fraktur). Ob dieser geringe Effekt ausreicht, um eine präventive Therapie zu rechtfertigen, dürfte umstritten sein.

Immerhin zeigen die Überlebenskurven, dass die präventive Wirkung, die erst nach 16 Monaten signifikant wurde, mit der Zeit zunahm. Langfristig könnte dies zu „kosteneffektiveren“ NNTs führen. Wegen des pathophysiologisch plausiblen Ansatzes und dem klinischen Bedarf einer Frakturprophylaxe dürfte die Vitamin-D-Gabe auch in Zukunft Gegenstand klinischer Studien bleiben. © rme/aerzteblatt.de

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