Leukämie: Stammzellausbeute von Nabelschnurblut gesteigert
Montag, 18. Januar 2010
dpa
Seattle – US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, mit
dem die Zahl von hämatopoetischen Stammzellen im Nabelschnurblut deutlich
gesteigert werden kann. In einer klinischen Phase-I-Studie in Nature Medicine
(2010; doi: 10.1038/nm.2080) wurde die Zeit bis zur Erholung des Knochenmarks
deutlich verkürzt.
Nabelschnurblut enthält nur eine geringe Zahl von Stammzellen, die aber
häufiger als die Stammzellen aus dem Knochenmark nach einer Transplantation vom
Körper akzeptiert werden. Nabelschnurblut bietet deshalb jenen Patienten, für
die kein HLA-identischer Spender vorhanden ist, die Chance auf eine
erfolgreiche Therapie der Leukämie.
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Gleichzeitig ist die Nabelschnurtransplantation ungleich riskanter, da sich das
neue blutbildende System wegen der geringen Zahl der Stammzellen nur langsam
etabliert. Die Zeit, in der die Patienten hilflos gegenüber Krankheitserregern
sind, ist verlängert.
Dass es in dieser Frage bald Fortschritte geben könnte, ist einer nunmehr zehn
Jahre zurückliegenden Entdeckung von Irwin Bernstein vom Fred Hutchinson Cancer
Research Center in Seattle zu verdanken.
Der Forscher hatte erkannt, dass die Expansion der Stammzellen durch den
sogenannten Notch-Signalweg kontrolliert wird.
Colleen Delaney und Mitarbeitern des gleichen Forschungsinstituts ist es nach
jahrelanger Arbeit gelungen ein Protein zu konstruieren, das den
Notch-Signalweg aktiviert und dadurch die Expansion der Stammzellen
beschleunigt.
Eine durchschnittliche Nabelschnur-Blutspende enthält etwa 200.000 Stammzellen
pro Kilogramm Körpergewicht des Empfängers, berichtet Delaney. Nach der
Vorbehandlung mit dem Notch-Aktivator im Labor konnte die Zahl auf mehr als 6
Millionen pro Kilogramm Körpergewicht gesteigert werden. Es blieb nur noch die
Frage zu klären, ob die rasche Vermehrung ohne einen Funktionsverlust erfolgte.
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