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| Birgit Fischer /dpa |
„Es gibt immer eine medizinische Abwägung“, fügte sie hinzu. Da manchmal Patienten mehrere unterschiedliche Erkrankungen hätten, wären die gleichen Medikamente nicht immer notwendig und richtig. „Wir brauchen eher eine größere Versorgungsforschung, die individuelle Versorgung möglich macht.“
Die Debatte um Rationierung der Leistungen bezeichnete
Fischer als falsch. Äußerungen des Präsidenten der Bundesärztekammer,
Jörg-Dietrich Hoppe, vom Wochenende fußten auf einer medizinisch-ethischen
Bewertung. „Die Abstimmung und Koordination der unterschiedlich behandelnden
Fachärzte und Krankenhäuser muss das Ziel sein, um die Qualität der Versorgung
zu steigern. Das bedeutet gleichzeitig, dass auf der anderen Seite auch Gelder
eingespart werden können“, erläuterte sie.
Die SPD-Gesundheitspolitikerin Carola Reimann sprach sich im SWR dafür aus, die
Arzneimittelpreise für besonders kostspielige Therapien einer ordentlichen
Kosten-Nutzen-Bewertung zu unterziehen. Die große Koalition habe gesetzliche
Grundlagen dafür geschaffen, um Kosten und Nutzen von Medikamenten zuverlässig
gegeneinander abzuwägen.
Bei der Arzneimittelversorgung und auch im
Krankenhausbereich gebe es durchaus Wirtschaftlichkeitsreserven, hob die
Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag hervor. Eine Rationierung
medizinischer Leistungen lehnt sie aber ab.
Hoppe hatte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ beklagt, dass es
in Deutschland bestimmte medizinische Leistungen nicht mehr für jeden Patienten
gebe. Ärzte und Krankenhäuser stünden unter Budgetdruck und entschieden
deshalb, ausgehend vom Einzelfall, bei welchem Patienten sich eine teure
individuelle Behandlung besonders lohne.
„Im deutschen Gesundheitswesen wird heimlich rationiert, weil nicht genügend
Geld zur Verfügung steht, um allen Menschen die optimale Therapie zu
verschaffen“, hatte Hoppe gesagt.
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