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Diabetes: Wie Kanada Teststreifen einsparen will

Dienstag, 19. Januar 2010

Hamilton/Ontario – Ein dramatischer Anstieg in der Verordnung von Teststreifen zur Blutzuckerselbstmessung hat eine kanadische Behörde im letzten Jahr veranlasst, Ärzte zur Zurückhaltung aufzufordern. Die den Empfehlungen zugrunde liegenden Berechnungen wurden jetzt im Canadian Medical Association Journal (CMAJ 2010: 182: 35-38) vorgestellt.

Die Zahl der verordneten Teststreifen war in Kanada innerhalb eines Jahrzehnts um fast 250 Prozent gestiegen.

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Im Ontaria Public Drug Program entfielen zuletzt 3,3 Prozent der gesamten Arzneimittelkosten auf die Teststreifen, und die Ausgaben für die nächsten 5 Jahre wurden auf 500 Millionen Dollar projiziert.

Dies veranlasste Forscher vom Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES) über Einsparmöglichkeiten nachzudenken. Im radikalsten Szenario, das ICES-Epidemiologin Tara Gomes vorschlägt, könnten die Kosten um 63 Prozent gesenkt werden. Dies würde allerdings bedeuten, dass nur noch Diabetiker, die Insulin spritzen, eine Blutzuckerselbstmessung durchführen dürften.

Dies würde Patienten ausschließen, bei denen es unter der Einnahme von oralen Antidiabetika zu Hypoglykämien gekommen ist. Dies ist in Kanada ein relativ großer Anteil von 30 Prozent aller Typ-2-Diabetiker über 65 Jahren.

Werden diesen Patienten keine Einschränkungen bei den Selbsttests auferlegt und werden den anderen Patienten (Einnahme oraler Antidiabetika ohne Komplikationen, oder eine Behandlung durch Diät allein) 400 Tests pro Jahr zugestanden, lassen nur noch 8,1 Prozent der Kosten einsparen.

Die Canadian Agency for Drugs and Technologies in Health (CADTH) hofft in ihrer im letzten Sommer veröffentlichten Empfehlung auf die Mitarbeit der Ärzte. Bei Diabetikern, die nach einem Basis-Bolus-System Insulin injizieren, steht die Notwendigkeit zur regelmäßigen Blutzuckerselbstmessung außer Frage.

Aber bereits bei Typ-2-Diabetikern, die nur ein Basisinsulin injizieren, sollte die Testfrequenz individuell festgelegt werden, fordert die Leitlinien der CADTH: Mehr als 14 Tests pro Woche sollten die Patienten nicht benötigen.

Bei den Patienten, die orale Antidiabetika einnehmen, wird die Blutzuckerselbstmessung von der Stabilität der Blutzuckerwerte abhängig gemacht. Patienten, die noch keine Medikamente einnehmen, brauchen nach Ansicht der CADTH kein Gerät zur Blutzuckerselbstmessung.

© rme/aerzteblatt.de

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