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Multiple Sklerose: 31 PML-Erkrankungen unter Tysabri

Freitag, 22. Januar 2010

London – Die europäische Arzneimittelagentur EMEA ist weiterhin der Ansicht, dass die Vorteile des Medikaments Tysabri® in der Behandlung schwerer Verlaufsformen der Multiplen Sklerose größer sind als die Risiken, die in einer lebensgefährlichen Hirninfektion bestehen. Die Häufigkeit der progressiven multifokalen Leukenzephalopathie (PML) wird bei Patienten, die länger als zwei Jahre mit Tysabri behandelt wurden, auf 1 zu 1000 geschätzt.

Die Zahl der Patienten, die unter der Therapie mit Natalizumab nachweislich an einer PML erkrankt sind, ist (bis 20. 1. 2010) auf 31 gestiegen, von denen 23 Patienten zuvor über mindestens zwei Jahre mit dem Wirkstoff behandelt wurden. Die EMEA hat die Erkrankungen von 23 Patienten ausgewertet, darunter waren vier Todesfälle (davon 14 Erkrankungen in Europa, 1 Todesfall).

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Es wird immer deutlicher, dass das Risiko einer PML mit der Dauer der Erkrankung steigt. Nach zwei Jahren Therapie muss bei einem von tausend Patienten mit der Erkrankung gerechnet werden, deren Symptome denen eines MS-Schubs gleichen kann. In dieser Einschätzung folgt die EMEA der FDA, welche die Inzidenz jüngst mit 0,4 bis 1,3/1000 Patienten nach einer Behandlungszeit von mehr als 24 Monaten angegeben hatte.

Die PML ist die Folge einer Infektion mit dem JC-Virus, mit dem ein Großteil aller Erwachsenen infiziert ist. Beim Gesunden kommt es niemals zur PML. Der monoklonale Antikörper Natalizumab begünstigt die Erkrankung, weil er den Abwehrzellen, welche das Virus normalerweise in Schach halten, den Eintritt ins Hirnparechym verwehrt.

Die PML tritt auch bei HIV-Infizierten und anderen Patienten mit schwerer Immunschwäche auf. Sie wurde nach Organtransplantationen oder im Rahmen der Behandlung mit immunsupprimierenden „Biologicals“ wie Rituximab und Efalizumab beobachtet. Efalizumab wurde wegen des PML-Risikos im Februar 2009 vom Markt genommen.

Eine Möglichkeit, die Erkrankung im Rahmen der Therapie mit Tysabri zu vermeiden, gibt es nach Einschätzung der EMEA nicht. EMEA und FDA setzen auf eine Früherkennung. Schon jetzt müssen die Patienten vor Therapiebeginn über die Symptome der Erkrankung informiert werden, die allerdings nur schwer von einem akuten Krankheitsschub zu unterscheiden sind. Die EMEA schlägt jetzt vor, dass die Aufklärung nach zwei Jahren wiederholt wird und dass die Patienten diese Information schriftlich bestätigen.

Beim Nachweis einer Erkrankung muss Tysabri abgesetzt werden. Das Immunsystem beginnt dann den Erreger zu attackieren, was ein sogenanntes „immune reconstitution inflammatory syndrome (IRIS)“ auslösen kann. Das Risiko ist nach Einschätzung der EMEA erhöht, wenn versucht wird, die Elimination von Natalizumab durch einen Plasmaaustausch oder Immunabsorption zu beschleunigen.

Es ist anzunehmen, dass die Zahl der Erkrankungen in Zukunft weiter ansteigen wird. Der Hersteller Biogen Idec bezifferte Ende Dezember die Zahl der Tysabri behandelten MS-Patienten mit weltweit 48.800 . Die meisten davon kommen aus den USA und Europa. © rme/aerzteblatt.de

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Gunhild
am Samstag, 23. Januar 2010, 10:05

Tysabri

Ganz wichtig ist die medizinische Betreuung von Tysabrianwendern.
Allerdings liegt dies auch bei dem Patienten, darauf zu achten und alle Begleituntersuchungen in Anspruch zu nehmen.
Tysabri ist bei MS ein hochwirksames Medikament und vielen Menschen eine verlorengegangene Stabilität gibt.
Von den eskalierenden Therapiemöglichkeiten bisher wohl das Effektivste.
Die Lebensqualität wird enorm erhöht.
Die Zahlen sind bisher nicht besorgnisserregend, was fehlt, ist auch eine Auflistung der Vorerkrankungen von PML Fällen (ausser MS)
Auch die Zulassungsbedingungen in Deutschland sollten gelockert werden um mehr Patienten den Zugang zu dieser Therapie schneller zu ermöglichen
Bevor eine MS zu viel Schaden angerichtet hat

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