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Montag, 25. Januar 2010
EU mahnt zur Vorsicht bei Adoption von Waisen aus Haiti

Brüssel – Die EU-Kommission hat die Mitgliedsstaaten zu „Vorsicht“ in den Adoptionsverfahren für Waisenkinder aus Haiti ermahnt. Einige Regierungen von EU-Staaten hätten angekündigt, sie wollten die Adoptionsverfahren beschleunigen, sagte Kommissionssprecher Michele Cercone am Montag in Brüssel.

Nach dem Erdbeben in Haiti sei die Lage dort „sehr schwierig“, aus Sicht der EU-Kommission stehe bei Adoptionen „das Wohlergehen des Kindes im Vordergrund“.

Bei Kindern aus dem Erdbebengebiet sei es ausgesprochen schwierig, ihren Familienstand und weitere Angehörige zu ermitteln, wenn sie ihre Eltern verloren hätten, sagte der EU-Sprecher. Eine schnelle Adoption sei möglicherweise nicht „die beste Idee“.

In einzelnen europäischen Hauptstädten wird daran gearbeitet, bereits vor dem Erdbeben eingeleitete Adoptionen zügig zu Ende zu bringen, selbst wenn die Unterlagen nicht vollständig sind.

Hilfsorganisationen und das UN-Kinderhilfswerk Unicef warnten jedoch, die Kinder könnten verwechselt und zu brutal ihrem gewohnten Umfeld entrissen werden. Außerdem äußerte Unicef den Verdacht, 15 aus Krankenhäusern in Haiti verschwundene Kinder könnten in die Hände von Menschenhändlern gefallen sein. © afp/aerzteblatt.de

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