St. Louis – Die Auswirkungen der HIV-Infektion auf das Gehirn werden möglicherweise unterschätzt. In einer Studie im Journal of Infectious Diseases (2010; 201: 336-340) mussten sich HIV-Infizierte bei der Lösung einfacher Aufgaben anstrengen wie gesunde Vergleichspersonen, die 15 bis 20 Jahre älter waren.
Derzeit ist nur jeder sechste HIV-Infizierte über 50 Jahre alt. Der Anteil wird sich jedoch in den nächsten Jahren auf 50 Prozent oder mehr erhöhen, sagt Beau Ances von der Washington University in St. Louis voraus.
Viele dieser älteren Patienten werden, so befürchtet der Neurologe, schwere kognitive Störungen bis hin zur Demenz entwickeln – auch wenn sie antiretrovirale Medikamente einnehmen. Diese Voraussage stützt sich auf die Untersuchung von 26 HIV-Infizierten, die sich einer funktionellen Magnetresonanztomographie unterzogen.
Dabei wird die Steigerung der Durchblutung gemessen, die durch bestimmte Hirntätigkeiten ausgelöst wird. Bei den Probanden von Ances war dies ein visueller Test, für dessen Bewältigung sich die HIV-Infizierten stärker anstrengen mussten als 25 gesunde Gleichaltrige.
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