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WHO wegen Strategie bei Schweinegrippe unter Druck

Dienstag, 26. Januar 2010

Straßburg – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gerät wegen ihres Umgangs mit der Schweinegrippe zunehmend in die Kritik. Im Europarat warfen Experten und Abgeordnete der Organisation am Dienstag vor, die Schweinegrippe voreilig zur Pandemie erklärt zu haben. Der Berater für Grippepandemien der WHO, Keiji Fukuda, wies die Kritik zurück.

Die WHO habe rasch handeln müssen, um zahlreiche Grippetote zu vermeiden, sagte Fukuda in Straßburg bei einer Anhörung der Parlamentarier-Versammlung des Europarats. Vorwürfe, wonach die Pharmaindustrie die Entscheidungen der WHO in Sachen Schweinegrippe beeinflusste, wies er zurück. Die von der WHO herangezogenen Experten hätten die Organisation „neutral und unparteiisch“ beraten, Interessenskonflikte habe es nicht gegeben. Auf hartnäckiges Nachfragen von Abgeordneten räumte der Japaner allerdings ein, dass „einzelne Personen“ möglicherweise Interessenskonflikte verschwiegen haben.

Luc Hessel von der europäischen Vereinigung der Impfstoffhersteller bestätigte, dass es bereits vor Ausrufung der Pandemie durch die WHO im Juni Verträge zwischen einzelnen Regierungen und Pharma-Unternehmen für den Aufkauf von Impfstoffen gab. Wenn eine Pandemie ausbreche, müsse sehr schnell gehandelt werden, betonte der Franzose, der beim US-französischen Impfstoffhersteller Sanofi-Pasteur-MSD arbeitet. „Dann gibt es keine Zeit mehr für Verhandlungen“.

Nach Angaben des Medizinprofessors Ulrich Keil von der Universität Münster nahm die WHO die vor einigen Jahren ausgebrochene Vogelgrippe zum Anlass, die Pandemiedefinition zu ändern. Durch die Vogelgrippe seien aber weltweit nur 350 Todesopfer gezählt worden, in Deutschland sei kein einziger Mensch daran gestorben. Dennoch habe die WHO sie zum Modell für ihre neue Pandemiestrategie genommen. Die Organisation habe die „Angst vor der Schweinegrippe geschürt“, viele Regierungen hätten daraufhin massenweise Impfstoff bestellt.

Allein in Deutschland seien 50 Millionen Dosen gekauft worden, sagte Keil, der an der Universität Münster das Zentrum für die Zusammenarbeit mit der WHO beim Kampf gegen Epidemien leitet. Die Folge sei eine „gigantische Verschwendung von Geldern“, die für die Bekämpfung anderer Krankheiten, etwa Krebs, dringend gebraucht würden.

Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und Arzt Wolfgang Wodarg kritisierte vor allem, dass die Definition für eine Pandemie von der WHO im vergangenen Mai geändert wurde. Ausschlaggebend sei nun nur noch, dass sich ein neues Virus sehr rasch ausbreite, erläuterte Wodarg, der bis vor kurzem im Europarat den Gesundheitsausschuss der Parlamentarierversammlung leitete. Die Schwere einer Krankheit spiele hingegen keine Rolle mehr. So sei die vergleichsweise harmlose Schweinegrippe zur Pandemie „hochgespielt“ worden. Millionen von Menschen, darunter viele Kinder, seien mit unzureichend getesteten Stoffen geimpft worden.

Die Grünen im Europaparlament forderten einen Untersuchungsausschuss. Mögliche Interessenskonflikte müssten ans Tageslicht gebracht werden, sagte die französische Abgeordnete Michèle Rivasi. Dabei gehe es beispielsweise um Kontakte zwischen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) und der Pharmaindustrie. © afp/aerzteblatt.de

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Bretscher
am Dienstag, 26. Januar 2010, 21:32

Von Anfang an

hatte der von jeder Werbung freie "Arzneimittelbrief" diese Definitionsänderung kritisiert und eine Massenimpfung für nicht indiziert erklärt. Natürlich ist die WHO für den Anfang der Kampagne verantwortlich, die Regierungen sind aber unverändert ebenso in der Verantwortung samt ihren renommierten Instituten wie PEI, RKI und STIKO, die verquickt mit Herstellern von Impfstoffen und Virostatika, blind und unbelehrbar von Kritik diese jämmerliche und teure Kampagne mit allen unlauteren Mitteln durchgezogen haben. Es wurde gelogen und manipuliert einschließlich der Medien. Das Renomme der Institute ist heftig dauerhaft ramponiert, da sie bis heute jede Selbstkritik missen lassen. Bei der Regierung gab´s nix zu verschlechtern, der traut man sowie so keinen Sachverstand zu.

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