Mehr Hilfsangebote für illegale Zuwanderer gefordert
Dienstag, 26. Januar 2010
Karlsruhe – Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt
(Bündnis 90/Die Grünen) fordert eine Verbesserung der rechtlichen Situation von
illegal in Deutschland lebenden Menschen. Hierzulande gebe es schätzungsweise „500.000
Menschen, die ohne Papiere leben“, davon 170.000 Kinder, sagte die Grünen-Politikerin
am Dienstagabend in einem in Karlsruhe vorab veröffentlichten Interview des
Südwestrundfunks.
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Auch für illegale
Zuwanderer müsse es einen Zugang zu medizinischer Grund- und Notfallversorgung
geben, verlangte sie. „Viele der Papierlosen trauen sich schlicht und
ergreifend nicht zum Arzt, auch wenn sie schwer krank sind, geschweige denn ins
Krankenhaus, weil es eine Meldepflicht gibt“, sagte Göring-Eckardt.
In diesen Fällen gehe es jedoch um Grundrechte und
Menschenrechte der Betroffenen. Die körperliche Unversehrtheit gewährleiste man
nicht, wenn der Arzt verpflichtet werde, jemanden zu melden, wenn er in
Deutschland ohne Papiere lebt. Änderungen der bisherigen Rechtslage könne man
im Asylbewerberleistungsgesetz regeln.
Man dürfe auch nicht mehr weiter dulden, „dass 170.000
Kinder nicht zur Schule gehen können und nicht in den Kindergarten“, betonte
Göring-Eckardt. Ferner müssten illegale Zuwanderer, die von Arbeitgebern „schamlos
ausgebeutet“ würden, eine Chance haben, ihren Lohn einzuklagen. Wenn jemand
dabei vor Gericht als Zeuge in eigener Sache auftrete, müsse die Meldepflicht
ausgesetzt werden. Als Beispiel nannte sie Reinigungskräfte in
Restaurantküchen.
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