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Medizin

Tabakrauch stört Blutdruckregulation von Säuglingen

Dienstag, 26. Januar 2010

Stockholm – Rauchen in der Schwangerschaft wirkt sich möglicherweise nachteilig auf die orthostatische Blutdruckregulation der Säuglinge aus, berichten schwedische Forscher in Hypertension (2010; doi: 10.1161/HYPERTENSIONAHA.109.142695). Eine Beziehung zum plötzlichen Säuglingstod ist vorstellbar.
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Neonatologen des Karolinska Instituts in Stockholm haben 19 Säuglinge von Nichtraucher-Ehepaaren und 17 Säuglinge von Frauen untersucht, die während der Schwangerschaft im Durchschnitt 15 Zigaretten am Tag geraucht hatten. Alle Säuglinge hatten ein normales Geburtsgewicht und wurden gestillt.

In den ersten Lebenswochen wurden Blutdruck und Herzfrequenz zunächst im Liegen und dann nach dem Aufrichten um etwa 60 Grad gemessen. Diese Lageänderung hatte bei den Säuglingen der Nichtrauchereltern einen Anstieg des Blutdrucks um 2 Prozent zur Folge.

Bei den intrauterin tabak-exponierten Kindern stieg der Blutdruck dagegen um 10 Prozent. Bei einer Nachfolgeuntersuchung im Alter von einem Jahr hatte sich das Verhältnis umgekehrt. Jetzt stieg der Blutdruck der nicht exponierten Säuglinge um 10 Prozent und bei den exponierten Säuglingen stieg der Blutdruck um 4 Prozent an.

Das Team um Miriam Katz-Salamon interpretiert die Befunde als Hyperreaktivität der orthostatischen Blutdruckreaktion in den ersten Lebenswochen. Ob sie einen Erklärungsansatz für die Pathogenese des plötzlichen Säuglingstod (Sudden Infant Death Syndrome, SIDS) bieten, ist unklar. Epidemiologische Studien haben jedoch gezeigt, dass Rauchen der Eltern ein wichtiger Risikofaktor ist.

Nach Angabe des WHO-Kollaborationszentrums für Tabakkontrolle steigt das Risiko von SIDS auf das 7-Fache, wenn die Mutter während der Schwangerschaft mehr als 10 Zigaretten täglich geraucht hat. Epidemiologen glauben, dass die Zahl der SIDS durch den Verzicht auf das Rauchen um ein Drittel gesenkt werden könnte. © rme/aerzteblatt.de

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