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Mittwoch, 27. Januar 2010
Homosexuelle in vielen EU-Ländern benachteiligt

Straßburg – Abgeordnete aus zahlreichen Ländern des Europarats haben sich besorgt über die anhaltende Diskriminierung von Homosexuellen und Transsexuellen geäußert. In den meisten europäischen Ländern hätten sie noch immer nicht die gleichen Rechte wie Heterosexuelle, sagte der Schweizer Sozialist Andreas Gross am Mittwoch vor der Parlamentarierversammlung des Europarats. „Die Gesetze hinken hinter der Entwicklung der Sitten hinterher.“ 

Gleichgeschlechtliche Beziehungen würden in den 47 Europaratsländern zwar nicht mehr unter Strafe gestellt, doch seien die Betroffenen noch immer Vorurteilen und Benachteiligungen aller Art ausgesetzt, sagte der französische Kommunist Jean-Paul Lecoq. Wie viele andere Parlamentarier forderte der finnische Liberale Antti Kaikkonen eine gesetzliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren, einschließlich des Rechts auf Adoptionen. 

Der Rechtsausschuss der Parlamentarierversammlung schlug in einem Entschließungsentwurf unter anderem die juristische Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare vor. Außerdem sollen Transsexuelle einen Anspruch auf medizinische Behandlung zur Geschlechtsumwandlung erhalten. Diese Forderungen stießen vor allem bei Konservativen auf Widerstand. Der Entwurf wurde daher zur Überarbeitung an den Ausschuss zurückverwiesen.

Nach Angaben des Rechtsausschusses sind zwischen fünf und sieben Prozent der Bevölkerung gleichgeschlechtlich veranlagt oder transsexuell. Bisher erkennen nur Belgien, die Niederlande, Norwegen, Schweden, Spanien und Portugal Ehen von Homosexuellen an. In anderen Ländern, darunter Deutschland, sichern „eingetragene Partnerschaften“ gleichgeschlechtlichen Paaren bestimmte Rechte zu. In den meisten Europaratsländern aber gibt es nicht einmal derartige Partnerschaften. © afp/aerzteblatt.de

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adonis am Donnerstag, 28. Januar 2010, 08:00
Traurig
ABer was wesentlich schlimmer ist, ist dass nicht nur die Gesetze in einigen Ländern sondern auch die Toleranz anderen gegenüber. Da hat man in Europa ganz unterschiedliche Einstellungen.
Aber wollen wir es auch mal nicht vergessen: Wann haben wir den Paragraphen 175 abgeschafft und was hat sich in unseren Köpfen getan. Ich kann mich noch an den Fall Kiesling erinnern.
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