Providence – Praxispauschalen sollen Kosten einsparen, weil Patienten unnötige Arztbesuche vermeiden. Zumindest bei Senioren kommt es nach den Ergebnissen einer Longitudinalstudie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 320-8) jedoch gleichzeitig zu Mehrkosten durch häufigere Krankenhausbehandlungen.
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Nach den Berechnungen von Trivedi führte eine Verdopplung im Betrag der “copayments” (von durchschnittlich 7,38 auf 14,38 US-Dollar für Hausarzt- und von 12,66 auf 22,05 US-Dollar für Facharztbesuche) bereits im ersten Jahr zu einem Rückgang der Arztbesuche um fast 20 Prozent.
Gleichzeitig stieg allerdings die Zahl der Hospitalisierungen um 2,2 Prozent und die Klinikaufenthalte verlängerten sich um 13,4 zusätzliche Tage pro 100 Versicherte. Der zusätzliche Aufwand für die stationäre Therapie stellt nach Ansicht von Trivedi den Nutzten der “copayments” infrage.
Nach einer Modellrechnung (in Diskussionsteil der Publikation) sind die zusätzlichen Aufwendungen mindestens doppelt so hoch wie die Einsparungen. Die “copayments” sind seiner Ansicht nach für beide Seiten, Versicherte und Kassen) eine “lose-lose”-Konstellation.
Die jetzigen Ergebnisse stehen allerdings im Widerspruch zu den Erkenntnissen aus dem RAND Health Insurance Experiment, der größten und bisher einzigen randomisierten klinischen Studie zum Einfluss von wirtschaflichen Anreizen auf die Gesundheitskosten: Dort hatten Selbstbeteiligungen der Patienten sowohl die Zahl der Arztbesuche als auch die Klinikeinweisungen gesenkt. Das Experiment wurde allerdings bereits 1982 beendet und ältere Personen waren von der Teilnahme ausgeschlossen.
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