Berlin – Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) fordert einen neuen Ansatz bei den Beiträgen zur Gesetzlichen Krankenversicherung. „In der jetzigen Form sind die Zusatzbeiträge unsozial“, sagte Rösler der „Bild“-Zeitung (Online-Ausgabe) am Freitag.
Bis zu einem Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat gebe es keinen Sozialausgleich. „Ob Gering- oder Gutverdiener, alle zahlen dieselbe Summe. Das empfinden die Menschen als ungerecht“, sagte Rösler.
Der Minister mahnte die Krankenkassen deshalb, alles zu tun, um Zusatzbeiträge zu vermeiden. „Hier müssen sich die Kassen mehr anstrengen“, forderte er. Im Übrigen gebe es noch genügend Krankenkassen ohne Zusatzbeitrag. Über einen Wechsel der Krankenkasse müsse jeder Versicherte selbst entscheiden.
Rösler forderte ein System mit einem automatischen Sozialausgleich über Steuern. Damit werde sich ab März die von ihm eingesetzte Regierungskommission beschäftigen.
CSU-Chef Horst Seehofer forderte ein Einschreiten der Bundesregierung. „Wenn jetzt einige Kassen einen Zusatzbeitrag erheben wollen, ist das nicht akzeptabel“, sagte Seehofer der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Rösler müsse die Beteiligten an einen Tisch holen. „Wir brauchen verbindliche Vereinbarungen über Kostendämpfung und Einsparungen im Gesundheitswesen“, sagte Seehofer.
Wenn es jetzt keine Sparanstrengungen gebe, werde spätestens Ende des Jahres die nächste Runde der Beitragserhöhungen kommen. „Beitragserhöhungen dürfen immer nur das allerletzte Mittel sein. Davor müssen Einsparungen stehen“, stellte Seehofer klar.
aerzteblatt.de |
| Versenden | Teilen |
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.