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Politik

Patienten sollen vom Arzt eine Rechnung bekommen

Freitag, 29. Januar 2010

Düsseldorf – Nach Ansicht von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sollten gesetzlich Krankenversicherte die Behandlungskosten kennen und deshalb eine Rechnung vom Arzt erhalten.
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„Es wäre schon ein großer Vorteil, wenn jeder Patient eine Rechnung bekommen würde und somit einen Überblick über seine Behandlungskosten hätte“, sagte Aigner der „Rheinischen Post“ vom Freitag.

Sie forderte darüber hinaus „mehr Wahlmöglichkeiten“ für Versicherte: „Es muss nicht überall nur ein Einheitstarif angeboten werden. Die Verbraucher sollten wie bei anderen Versicherungen die Chance haben, gezielt die für sie passenden Tarife zu wählen.“

Die CSU-Politikerin fügte hinzu: „Dies wird aber nur möglich sein, wenn die Kassen selbst für mehr Transparenz sorgen, was Kosten und Leistungen betrifft. Hier hapert es noch.“ Aigner will „einzelne Elemente der privaten Krankenversicherung in das gesetzliche System integrieren“. © ddp/aerzteblatt.de

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yorumcu
am Sonntag, 31. Januar 2010, 21:17

Ohne Politiker waere es schöner

Wenn die Politiker ein bisschen Ahnung haetten und sich in die Medizin nicht einmischen würden und ihre Finger von der Medizin lassen würden und ....., waere die Welt und Medizin noch angenehmer, schoener, besser, ....:)
Bruddler
am Samstag, 30. Januar 2010, 17:04

Kakophonie

Entweder sie weiß tatsächlich nicht, daß wir ein Budget haben, das viele Monate später feststeht, dann:
Weg mit der Ministerin wegen Dummheit.
Oder sie weiß es sehr wohl, dann macht sie nicht anderes als allgemeine Politiker-Kakophonie zur Volksablenkung.
DrWetterwachs
am Samstag, 30. Januar 2010, 10:13

Wenn ich als Arzt nicht weiß, wie viel ich bekomme, wie soll es der Patient erfahren -und verstehen?

Da unser Vergütungssystem so kompliziert ist, und mit so viel Verzögerung funktioniert, weiß der Arzt oft erst nach über einem halben Jahr, was er wirklich bekommt!
(Beispiel: Für meine Notarzt-Tätigkeit im 2. Quartal 2009 habe ich außer einer Abschlags-Zahlung am 5.10.09 noch keinen endgültigen Betrag bekommen! - Rechnerisch über die Hälfte steht aus! -Stand: 30.01.2010).

Wenn man dann noch so intelligente Steuerungs-Systeme wie RLV und ggf. Medikamenten-Regress-Rückzahlungen denkt, wird es so unübersichtlich, dass ich als frisch gebackener FA für Allgemeinmedizin mich aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit und der hirnzermarternden Bürokratie, dagegen entschieden habe, den Schritt in Richtung Niederlassung zu wagen.

Wie soll ich dem Patienten dann eine Rechnung schreiben?
- Entweder ich teile ihm mit, was die Ziffer, die ich abrechne bringt, dann weiß ich aber nicht, wie viele Patienten ich noch behandle und was das für das RLV bedeutet und was für Abzüge mich treffen -> der Betrag, der dem Patienten mitgeteilt wird ist zu hoch angegeben als die Realität.
- Oder ich warte ab, was ich wirklich bekomme, dann die Abzüge auf jeden Pat. umzurechnen wird sicher spaßig..., außerdem weiß der Patient ein halbes Jahr später nicht mehr, ob sich sein Arzt eine Halbe Stunde Zeit für ihn genommen hat oder ob er nur ein Rezept unterschrieben hat.

Wenn man bei dieser Kalkulation ggf. noch die Ausgaben-Seite berücksichtigt -(Z.B. Kosten für ein "Qualitätsmanagement", das KEINEM Patienten etwas nützt, z.B. Kosten für MPG-Geräte (Z.B. überteuerte PCs, die baugleich mit den Geräten im Handel sind, die letztes Jahr aktuell waren und wegen der MPG-Plakette 3x so teuer sind, z.B. Wartungskosten für Praxis-EDV, weil sich ständig was ändert,...) - und dies dem Patienten mitteilt, kann man gleich noch eine Packung Antidepressiva dazulegen.

Ich persönlich möchte nicht in den Kanon des Jammerns einstimmen, dass man als Arzt zuwenig verdient - stimmt zwar, mich macht es aber noch trauriger, wenn ich mitjammere - sondern ich prangere die Bürokratie an, die uns das Leben schwer macht.

Ein niedergelassener Arzt muss sich mit so viel Bürokratie beschäftigen, dass die Patienten fast zur Nebensache werden.

"Eine Praxis zu führen und zu verwalten wäre so schön, wenn nicht immer die störenden Patienten dazwischenkommen würden" hat mir ein Kollege mal gesagt.

Diese Forderung nach einer "Patienten-Rechnung" ist alt, sie wird immer mal wieder gefordert.
Sie würde nur nutzen, wenn man dem Patienten die Rechnung stellt, dieser bezahlt und das Geld wieder von der Kasse zurück fordern könnte.

Ansonsten verursacht diese "Patienten-Rechnung" nur noch mehr Bürokratie bei sehr eingeschränkter Aussage.
Es reicht völlig aus, wenn man ein Info-Plakat mit den häufigsten 10 Ziffern erstellt und dem interessierten Pat. zukommen lässt. Es muss allerdings klar darin stehen, dass man fast alle Ziffern nur 1-mal pro Quartal abrechnen kann und jeder weitere Besuch eine Gratisleistung der Praxis darstellt.

Da komme ich bei vielen Patienten dann auf einen Durchschnittswert unter zwei Euro pro Besuch...

Grüße, DrWetterwachs
frusti
am Samstag, 30. Januar 2010, 08:57

das einzig gute daran wäre

das schlagartig das blöde gequatsche von politikern und stammtisch aufhörte, das die ärzte soviele verdienen........
Thelber
am Freitag, 29. Januar 2010, 23:19

Wer selbst privat versichert ist ....

... der kennt es nicht anders und glaubt, dieser Weg sei ein Allheilmittel im Dschungel der Krankenbehandlung.

Ich kann schon ein Plakat ins Wartezimmer hängen, daß mein Honrorar je Quartal und Fall ca. einer halben Tankfüllung des Autos meines Patienten entspricht. Solange ich selbst erst nach ca. 6 Monaten erfahre, wieviel ich für die Behandlung eines Kassenpatienten erhalte, verspüre ich allerdings keinerlei Ambitionen noch einen weiteren nutzlosen Verwaltungsakt in meiner Praxis zu etablieren. Das wird ebenso wenig verändern wie die Einführung des quartalsweisen 10 € - Inkasso-Arztes.

BÜROKRATIE löst keine Probleme, davon haben wir schon mehr als genug !!
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