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„Pille danach“: Ulipristal noch nach 5 Tagen effektiv

Mittwoch, 3. Februar 2010

Edinburgh – In der sogenannten Notfallkontrazeption nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr ist der selektive Progesteronrezeptormodulator Ulipristal dem Gestagen Levonorgestrel offenbar überlegen. In einer direkten Vergleichsstudie im Lancet (2010; doi: 10.1016/S0140-6736(10)60101-8) wurden durch Ulipristal nicht nur mehr Schwangerschaften verhindert. Auch das Intervall einer erfolgversprechenden Anwendung könnte von drei auf fünf Tage verlängert werden.

An der Studie nahmen 2.221 Frauen teil, die sich an eine von 35 Familienberatungsstellen in den USA, Irland und Großbritannien gewendet hatten und die nicht älter als 35 Jahre sein durften. Sie wurden auf die einmalige Einahme von 30 mg Ulipristal oder 1,5 mg Levonorgestrel randomisiert.

Die Zuordnung war den Betreuern, nicht aber den Frauen bekannt. Die Nachuntersuchung erfolgte fünf bis sieben Tage nach dem erwarteten Einsetzen der nächsten Periode. Am Ende konnte Anna Glasier vom National Health Service Lothian in Edinburgh und Mitarbeiter die Daten zu 1.696 Frauen auswerten: Die anderen hatten den Termin nicht eingehalten oder es stellte sich heraus, dass sie doch schon älter als 35 Jahre waren, bei anderen konnte die Schwangerschaft noch nicht eindeutig festgestellt werden.
 

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Von den 844 Frauen, die Ulipristal eingenommen hatten, waren 15 schwanger geworden (1,8 Prozent), in der Levonorgestrel-Gruppe waren es 22 von 853 Frauen (2,6 Prozent). Da sich die 95-Prozent-Konfidenzintervalle überlappen, war der Unterschied nicht signifikant. Von 203 Frauen, die drei bis fünf Tage nach dem Geschlechtsverkehr behandelt wurden, wurden drei schwanger, alle in der Levonorgestrel-Gruppe.

Ein signifikanter Vorteil von Ulipristal gegenüber Levonorgestrel ergab sich in einer Meta-Analyse, in der die Ergebnisse einer weiteren Studie einflossen, die vor drei Jahren in Obstetrics & Gynecology (2006; 108: 1089-97) publiziert worden war. Dort war die Abgabe der Notfallkontrazeptiva auf die ersten 72 Stunden begrenzt.

In diesem Zeitraum ist Ulipristal den Ergebnissen der Meta-Analyse zufolge zu 42 Prozent effektiver: 1,4 vs. 2,2 Prozent der Frauen wurden schwanger. Wenn die Frauen sich innerhalb von 24 Stunden gemeldet hatten, war Ulipristal sogar zu 65 Prozent effektiver: 0,9 vs. 2,5 Prozent der Frauen wurden schwanger. Übrigens wären auch ohne Notfallkontrazeption weniger als 6 Prozent der Frauen schwanger geworden, wenn die von Glasier mitgeteilte Schätzung zutrifft.

Die Notfallkontrazeption ist nicht ohne Nebenwirkungen: Fast jede fünfte Frau berichtete über Kopfschmerzen (Ulipristal 19,3 Prozent; Levonorgestrel 18,9 Prozent). Häufiger als 5 Prozent waren auch Dysmenorrhö, Nausea, Abgeschlagenheit (bei Ulipristal) und Bauchschmerzen. Zwei ernstere Komplikationen wurden als möglicherweise mit der Behandlung zusammenhängend eingestuft: Eine Frau berichtete unter Ulipristal über Schwindelgefühle, in der Levonorgestrel-Gruppe kam es bei einer Frau zu einer Blasenmole.

Ulipristal wurde von der europäischen Arzneimittelbehörde im Mai 2009 für eine Anwendung bis zu fünf Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zugelassen. Die französische Firma HRA Pharma hat Ulipristal als ellaOne® auch in Deutschland eingeführt. Das Präparat ist rezeptpflichtig.

© rme/aerzteblatt.de

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nil.g
am Sonntag, 31. Januar 2010, 20:02

ellaOne ist bereits verfügbar

eine kleine Anmerkung:
Der Verfasser spricht davon, dass die Firma Ulipristal als ellOne in Deutschland einführen will ... besser wäre: eingeführt hat.
Mit freundlichen Grüßen

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