© Deutsches Ärzteblatt; Deutscher Ärzte-Verlag GmbH
zur ersten Politik-Nachricht zur vorherigen Politik-Nachricht zur nächsten Politik-Nachricht zur letzten Politik-Nachricht (1)
Montag, 1. Februar 2010
Söder will „Geld-zurück-Garantie“ für Medikamente

München – Im Streit um die Arzneimittelkosten schlägt Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) eine „Geld-zurück-Garantie“ für Medikamente vor. Falls verschriebene Arzneien beim Patienten nicht die versprochene Heilwirkung zeigten, sollten die Krankenkassen die Kosten von den Firmen zurückfordern können, sagte Söder am Montag in München nach einem Treffen mit zwölf forschenden Pharmaunternehmen aus dem Freistaat. „Gezahlt wird nicht für die Tablette, sondern für die Wirkung“, betonte Söder in München.

Der Minister sprach von einer „neuen Vertragsphilosophie“, die ohne „fantasielose Sparrunden“ auskomme. In Richtung seines Bundesressortkollegen Philipp Rösler (FDP) warnte der bayerische Gesundheitsminister vor „Hoppla-Hopp-Beschlüssen“ zur Kostenreduzierung. „Der Patentschutz für innovative Medikamente muss bleiben“, forderte der CSU-Politiker. Nur so könne die Forschung für die Unternehmen attraktiv bleiben. In Bayern gehe es dabei um mehr als 10.000 Arbeitsplätze.

Die Umsetzung seines Garantie-Vorschlags soll in einer Arbeitsgruppe des Ministeriums mit den Pharmafirmen entwickelt werden. Die Teilnehmer des ersten bayerischen Pharmagipfels seien prinzipiell dazu bereit, sagte Söder: „Sie wissen, dass sie was tun müssen.“ Ihm selbst gehe es um einen umfassenden Neuansatz „und nicht um einen schnellen Vorschlag zur Einsparung“. © ddp/aerzteblatt.de

Leserkommentare
Benutzername
Passwort

Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.



medizynicus am Dienstag, 2. Februar 2010, 15:29
Heisse Luft...
Hört sich simpel an und kann man den Wählern prima verkaufen.
So kann man prima Kosten sparen und treffen tut es die Richtigen, nämlich die bösen Konzerne und Multis.
Nur: Wer soll denn entscheiden, ob ein Mittel wirkungslos ist oder nicht? Okay, da gibt es seriöse und unabhängige Institutionen wie das Institut mit dem lustigen Namen IQWiG. Dessen Chef ist bekanntlich gerade gefeuert worden, weil er der Pharmaindustrie gegenüber zu kritisch war, soviel nur zum Thema Unabhängigkeit. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich sehe schon die Leute bei uns in der Ambulanz Schlange stehen: “Herr Doktor, ich will mein Geld zurück!”
Und falls das geschehen sollte, werde ich nicht zögern, ihnen die private Handy-Nummer des Herrn Minister zu geben, wenn ich die hätte.
Archiv
Aktuelle Kommentare
Merkliste
In Ihrer Merkliste können Sie News und Artikel speichern und später wieder aufrufen. Registrieren Sie sich, können Sie Ihre Merkliste dauerhaft speichern.
RSS-Feed

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

RSS