Mittwoch, 3. Februar 2010
Plötzlicher Kindstod: Serotoninmangel im Hirnstamm als mögliche Ursache
Boston – Eine US-Forscherin ist auf der Suche nach der Ursache des plötzlichen Kindstod (SIDS) einen wichtigen Schritt vorangekommen. Ein Serotoninmangel im Hirnstamm könnte ihrem Bericht im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 430-437) zufolge den unwillkürlichen Atemantrieb hemmen und so den nächtlichen Tod der Kinder auslösen. Die Ergebnisse fügen sich in das derzeitige Dreifach-Konzept zur SIDS-Ätiologie. Danach müssen drei Dinge zusammenkommen, damit ein Kind im ersten Lebensjahr über Nacht stirbt, ohne dass Zeichen äußerer Gewalt oder andere Ursachen erkennbar sind. Diese Faktoren sind eine Vulnerabilität (vielleicht ein genetisch bedingter Serotoninmangel), eine kritische Periode in der Entwicklung (das erste Lebensjahr) und ein externer Stressor (Bauchlage, Rauchen der Eltern usw.). Einer dieser Stressoren lag bei 88 Prozent aller Kinder vor, deren Präparate die Pathologin untersuchte. Zur Gefährdung werden sie erst, wenn ein Serotoninmangel im Gehirn vorliegt. Dieser lässt sich derzeit erst postmortal nachweisen. Ein Screening-Test ist noch nicht in Sicht. © rme/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. |
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