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| dpa |
Wie zu erwarten, wurde der Fragebogen vor allem von jüngeren Usern beantwortet. Das mittlere Alter war 21 Jahre. Bei insgesamt 18 Probanden (1,2 Prozent) diagnostizierte Morrison eine „Internet-Abhängigkeit“.
Diese Personen zeichnen sich nicht nur durch eine lange Nutzungszeiten aus, sondern auch durch das häufige Ansteuern pornografischer Inhalte, durch exzessives Spielen und den Besuch von sogenannten sozialen Netzwerken und Blogs, die nach Ansicht von Psychologen schnell zum Ersatz für reale soziale Beziehungen werden können.
Es ist deshalb nicht überraschend, dass jüngere Menschen und Männer häufiger zur Internet-Abhängigkeit neigen und dass diese User deutlich höhere Werte im BDI hatten. Dies muss nicht bedeuten, dass die Internet-Nutzung negative Auswirkungen auf die Psyche hat oder sogar eine Ursache von Depressionen ist.
Genauso gut könnten Menschen mit Depressionen im Internet einen Ort finden, in den sie sich zurückziehen. Auch Morrison gesteht ein, dass ihre Untersuchung nicht klären kann, was zuerst komme, die Internet-Abhängigkeit oder die Depressionen.
Die Forscherin zieht eine Parallele zur Spielsucht, die ebenfalls weit verbreitet ist, aber mit einer Prävalenz von 0,6 Prozent nur halb so häufig ist wie die Internet-Abhängigkeit. Die von Morrison ermittelte Prävalenz von 1,2 Prozent liegt übrigens weit unter anderen Schätzungen.
Maressa Orzack, Leiterin des Computer Addiction Study Center an der Harvard Universität hatte gegenüber der Presse 5 bis 10 Prozent aller User ein Abhängigkeitspotenzial attestiert. Ob das Phänomen in die nächste Ausgabe des DSM-V von 2012 aufgenommen wird, ist dem Vernehmen nach aber längst nicht entschieden.
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