Berlin – Zu stärkerem Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelungen haben Menschenrechtsorganisationen aufgerufen. Seit Jahren machten Politiker weltweit leere Versprechen, diese grausame Beschneidungspraxis zu unterbinden, kritisierte die selbst betroffene Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie am Donnerstag in Berlin.
Zum Welttag gegen Genitalverstümmelung am Samstag startete die Bestsellerautorin eine internationale Kampagne mit dem Titel „Stop FGM now“ (Stoppt Genitalverstümmelung jetzt). Ziel sei, durch provozierende Videospots und Werbeanzeigen die Problematik noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu bringen. Weltweit sind Schätzungen zufolge bis zu 140 Millionen Frauen beschnitten.
„Terre des femmes“ betonte, Genitalverstümmelung sei auch ein Thema in Deutschland. Die Frauenrechtsorganisation geht von bundesweit rund 20.000 betroffenen Frauen aus. Die „Terre des femmes“-Vorstandsvorsitzende, Irmingard Schewe-Gerigk, kritisierte, die Krankenkassen weigerten sich immer wieder, die Kosten für umfassende Beratungsgespräche oder notwendige medizinische Behandlungen zu übernehmen, da die Behandlung der Folgen weiblicher Genitalverstümmelung nicht im Abrechnungsverzeichnis der Krankenkassen auftauche. Sie rief Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) auf, hier für rasche Korrekturen zu sorgen.
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