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Ärzteschaft

Kinderärzte verärgert über Impfstoffmangel in Deutschland

Montag, 8. Februar 2010

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Frankfurt/Main – Der Verband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland ist verärgert über den Engpass bei Impfstoffen für Babys. „Bei Kindern, die schon eine Grundimmunisierung haben, ist das nicht schlimm. Da, wo das fehlt, schon“, sagte Präsident Wolfram Hartmann der Frankfurter Rundschau vom Montag. „Für junge Säuglinge ist das fatal.“

Hartmann kritisierte, dass der Hersteller GlaxoSmithKline nicht in der Lage sei, Impfstoffe auf Vorrat zu produzieren, was seiner Ansicht nach durchaus machbar wäre. „Deutschland hat die teuersten Impfstoffpreise in Europa. Es muss doch möglich sein, dass der Hersteller entsprechend liefern kann.“

Nach seiner Einschätzung kann der Engpass noch bis Ende März dauern. Kinderarzt Hartmann forderte die Bundesregierung auf, den Mangel zu beheben und auf das Unternehmen Einfluss auszuüben. „Wir haben ein Problem des Marktes, auf dem es nur einen Anbieter gibt. Es müsste mehrere Anbieter geben und der Staat müsste sie verpflichten, auf Vorrat zu produzieren“, sagte Hartmann.

Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) sind der Sechsfachimpfstoff (Infanrix hexa®) gegen Diphterie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hepatitis B gegen Hämophilus influenzae Typ B (Hib) sowie der Vierfachimpfstoff (Priorix Tetra®) gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken voraussichtlich bis Mitte Februar nicht mehr erhältlich.

Die Münchner Kinder- und Jugendärztin, Ursel Lindlbauer, Mitglied der Ständigen Impfkommission, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung": „Am meisten Sorgen macht uns der Engpass bei dem einzigen verfügbaren Sechsfach-Impfstoff", sagte Lindlbauer. Dadurch könnten Kleinkinder im ersten Lebensjahr zur Zeit nicht mehr gegen die wichtigsten Kinderkrankheiten immunisiert werden.

Auch bei einem Vierfach-Impfstoff gegen die Viruserkrankungen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken stocke der Nachschub. Zurzeit sei es nur möglich, die vorgesehenen Impftermine zu verschieben oder Einzelimpfungen vorzunehmen, bei denen die Säuglinge häufigere Spritzen ertragen müssten.

Eine Sprecherin des britischen Herstellers GlaxoSmith Kline bedauerte die Situation. Es werde versucht, die „Unannehmlichkeiten für Ärzte, Eltern und Kinder möglichst rasch zu entschärfen”, sagte sie der "FAS". Es könne jedoch noch zu Verzögerungen bis in das zweite Quartal hinein kommen. Bei dringender Indikation könne auf den hauseigenen Fünf- respektive Dreifachimpfstoff zurückgegriffen werden.

Auch das PEI verweist auf Alternativen für den nicht lieferbaren Vierfachimpfstoff Priorix-Tetra®: Gegen Masern, Mumps und Röteln seien die Impfstoffe Priorix der Firma GSK und M-M-RVAXPRO® der Firma Sanofi Pasteur MSD verfügbar. Bezüglich der Windpockenkomponente könne der Einzelimpfstoff Varivax® der Firma Sanofi Pasteur MSD eingesetzt werden. Außerdem prüft das PEI zurzeit die Verfügbarkeit weiterer Alternativprodukte. © ddp/afp/zyl/aerzteblatt.de

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Bretscher
am Montag, 8. Februar 2010, 21:38

Fehlinvestition Pandemrix

So geht das, wenn man in die lächerliche Schweinegrippe alle Ressourcen steckt auf Kosten der wirklich notwendigen Bereiche. Die Bundesregierung spielt in dieser bösen Aufführung übrigens den Part des Bocks, den Hartmann jetzt zum Gärtner machen will - samt PEI, RKI und STIKO.
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