Berlin – Während HIV-Infektionen in der Vergangenheit vor allem unter homosexuellen Männern (MSM) und i.v.-Drogenabhängigen verbreitet waren, ist in den letzten Jahren ein Migrationshintergrund häufiger geworden. Nach aktuellen Angaben im Epidemiologischen Bulletin (5/2010; 39-44) haben ein Drittel aller neu diagnostizierten Patienten einen Migrationshintergrund, darunter viele aus den Hochendemieregionen in Subsahara-Afrika.
Aus Datenschutzgründen wird bei HIV-Meldungen weder das Geburtsland noch die Staatsangehörigkeit erfasst. Registriert wird allerdings das Herkunftsland. Es ist definiert als das Land, in dem der Infizierte den größten Teil des bisherigen Lebens verbracht hat. Dies war bei etwa einem Drittel der seit 2001 gemeldeten Infektionen (bis 30.06.2009) ein Ausland, wie die Gruppe um Ulrich Marcus vom Robert-Koch-Institut in Berlin mitteilt.
Und unter diesen HIV-Infizierten mit einem Migrationshintergrund kam jeder zweite aus einer HIV-Hochprävalenzregion. Dazu zählt das Robert-Koch-Institut im Wesentlichen Subsahara-Afrika, aber auch einige Länder in der Karibik und in Südostasien, besonders Thailand.
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