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Medizin

Erstes Gen für das biologische Altern

Montag, 8. Februar 2010

Leicester – Britische und niederländische Forscher haben herausgefunden, warum manche Menschen früher altern. In Nature Genetics (2010; doi: 10.1038/ng.532) berichten sie, dass eine Genvariante auf dem Chromosom 3 mit einer beschleunigten Verkürzung der Telomere assoziiert ist.

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Als Telomere werden die Endstücke der Chromosomen bezeichnet, die sich mit jeder Zellteilung verkürzen. Unterschreitet die Telomerlänge ein bestimmtes Maß, sind keine weiteren Zellteilungen mehr möglich, oder es kommt sogar zum Absterben der Zelle. Die Telomerlänge ist deshalb ein Zeichen der biologischen Alterung.

Die Telomerlänge kann in kernhaltigen Zellen, etwa den Leukozyten im Blut, gemessen werden. Die Gruppe um Nilesh Samani von der Universität Leicester hat bei 2.917 Personen die Telomerlänge mit dem Auftreten von Genvarianten an unterschiedlichen 500.000 Orten des menschlichen Genoms in Beziehung gesetzt.

Dabei stießen sie auf die Variante rs12696304, die mit einer Verkürzung der Telomere um 75 Basenpaare assoziiert ist. Die Genträger altern nach den Berechnungen der Forscher im Durchschnitt um 3,6 Jahre früher. Das bedeutet nun nicht automatisch, dass sie früher sterben. Die Telomerverkürzung könnte nach heutigem Verständnis aber die Entwicklung chronischer Erkrankungen beschleunigen.

Der Fund ist biologisch plausibel. Die Genvariante befindet sich nämlich auf dem Chromosom 3q26, wo auch die genetische Information für die Telomerase RNA (TERC) abgelegt ist. Dieses Enzym kann die Telomere verlängern und damit das biologische Altern verzögern. © rme/aerzteblatt.de

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